Radsport Tour de France
Voigt in Marseille nur knapp geschlagen

Auf der zehnten Etappe der Tour de France ließen die Favoriten eine Ausreißergruppe ziehen. Im Spurt in Marseille holte sich Cedric Vasseur den Tagessieg, Jens Voigt musste sich als Fünfter nur knapp geschlagen geben.

Ein von Tagessieger Cedric Vasseur angeführtes französisches Trio hat dem Berliner "Ausreißerkönig" Jens Voigt den Sieg auf der zehnten Etappe der 94. Tour de France verwehrt und sechs Stunden nach der Hiobsbotschaft von der positiven A-Probe bei Patrik Sinkewitz eine Erfolgs-Schlagzeile aus deutscher Sicht verhindert. Der Quickstep-Veteran entschied die mit 229,5km zweitlängste Etappe von Tallard in der Alpenregion nach Marseille vor seinem Landsmann Sandy Casar (Francaise des Jeux) für sich und feierte dabei zehn Jahre nach seiner zehntägigen Fahrt im Gelben Trikot seinen zweiten Tour-Etappen-Sieg.

Voigt wurde hinter dem Schweizer Michael Albasini (Liquigas) Fünfter. Markus Burghardt vom T-Mobile Team belegte den achten Platz mit 1:01 Minuten Rückstand. Das Gelbe Trikot verteidigte Dänemarks "Bergkönig" Michael Rasmussen (CSC) erfolgreich. In Grün blieb Belgiens Ex-Weltmeister Tom Boonen (Quickstep) vor Milram-Kapitän Erik Zabel.

Voigt versucht erfolglos, sich abzusetzen

Der am Sonntag nach einem Sturz bei der "Großen Schleife" ausgeschiedene Sinkewitz war am 8. Juni fünf Wochen vor dem Tour-Start beim T-Mobile-Training positiv auf Testosteron getestet worden. Der 26-jährige Hesse wurde bei dem Bonner Rennstall mit sofortiger Wirkung suspendiert, T-Mobile wird trotz des Eklats die Tour fortsetzen.

Trotz oder gerade wegen der negativen Schlagzeilen aus der Heimat setzten sich die deutschen Tour-Starter am Mittwoch besonders in Szene. Zum Tagessieg am Fußballstadion des achtmaligen Meisters Olympique Marseille reichte es indes nicht. Voigt, der auf den letzten 25km viermal vergeblich versuchte sich abzusetzen, war im Schlussprint chancenlos.

Rasmussen führt weiter vor Valverde

Im Hauptfeld kamen Rasmussen sowie die Astana-Stars Andreas Klöden und Alexander Winokurow an, nachdem Grischa Niermann aus Hannover an der Spitze des Pelotons für das Gelbe Trikot seines Rabobank-Kollegen gefahren war. Auch dank Niermann führt Rasmussen in der Gesamtwertung mit unverändertem Vorsprung vor den Spaniern Alejandro Valvere (Epargne/2:35 Minuten zurück) und Iban Mayo (Saunier/2:39) sowie Lotto-Kapitän Cadel Evans (2:41) aus Australien.

Klöden folgt als bester Deutscher 3:50 Minuten zurück auf dem achten Platz. Die T-Mobile-Farben in den "Top 20" vertreten der Luxemburger Kim Kirchen (5:06) und Alpen-Etappensieger Linus Gerdemann (6:45) auf den Plätzen zehn und 16.

Burghardt muss abreißen lassen

Die angesichts des Sinkewitz-Eklats geschockten deutschen Kollegen waren am Mittwoch nach dem Start im Durame-Tal um Normalität bemüht. Nachdem ein erstes Flucht-Sextett um Andrej Griwko (Ukraine) vom Milram-Team nach rund 20km wieder eingefangen worden war, hatte zunächst der "Gerolsteiner" Fabian Wegmann sein Glück versucht. Der deutsche Straßenmeister war jedoch nur zehn Kilometer vorn gefahren.

Dann konnte sich Burghardt erstmals präsentieren. Der 24-jährige Sachse hatte sich nach rund 50km alleine abgesetzt und den Bergpreis an der Cote de Chateauneuf gewonnen. Vor der ersten Sprintprüfung in Oraison (82,5km) war der am Vortag von einem Hund zu Fall gebrachte Burghardt von einer zehnköpfigen Verfolgergruppe eingeholt worden, in der Voigt und Griwko fuhren.

Marseille als "Tor nach Westen"

Die "Flüchtlinge" hatten sich schnell abgesetzt und wurden ziehen gelassen, weil keiner von ihnen dem Gelben Trikot gefährlich werden konnte. Bei hohem Tempo trotz hochsommerlicher Temperaturen fuhren die Ausreißer stets um rund zehn Minuten vor dem Peloton der Provence entgegen.

Am Donnerstag ist Marseille für die Tour-Karawane das "Tor nach Westen". In Frankreichs ältester Siedlung im Rhone-Delta beginnt die elfte Etappe, die durch die Provence parallel zur Mittelmeerküste verläuft. Auf den 182,5km zum Ziel in Montpellier gibt es zwischen zwei Sprintprüfungen nur eine Bergwertung der vierten Kategorie.

© SID

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