Radsport Tour de France
Winokurow dominiert Zeitfahren - Rasmussen in Gelb

Michael Rasmussen hat das Gelbe Trikot auch beim ersten langen Einzelzeitfahren der Tour de France verteidigt. Alexander Winokurow meldete sich derweil mit einem dominanten Tagessieg zurück, Andreas Klöden wurde Dritter.

Nach einem Sturz auf regennasser Fahrbahn ist Andreas Klöden deutlich am Gelben Trikot bei der 94. Tour de France vorbei gefahren. Der Astana-Fahrer musste sich im ersten großen Zeitfahren beim Sieg seines überlegenenen Teamkollegen Alexander Winokurow mit dem dritten Platz begnügen und konnte auf dem 54km langen Rundkurs um Albi nur 1:16 Minuten auf den unter Dopingverdacht geratenen Gesamtersten Michael Rasmussen (Dänemark/Rabobank) aufholen.

Klöden im Gesamtranking nun Vierter

Dennoch verbesserte sich Klöden in der Gesamtwertung auf den vierten Platz mit einem Rückstand von nun 2:34 Minuten auf Rasmussen. Zweiter hinter dem Dänen ist der Australier Cadel Evans (1:00 Minute zurück), der auch im Zeitfahren den zweiten Platz belegt hatte. Auf Rang drei folgt der Spanier Alberto Contador (Discovery/2:31).

"Wino" meldet sich eindrucksvoll zurück

Überragender Mann des Tages war aber Winokurow, der sich eindrucksvoll zurückmeldete. Der Kasache beherrschte die Konkurrenz nach Belieben und war im Ziel 1:14 Minuten schneller als Evans, Klöden nahm er sogar 1:39 Minuten ab. Damit darf sich Winokurow als Neunter (5:10) sogar wieder Hoffnungen auf den Gesamtsieg machen. Bester T-Mobile-Profi ist der Luxemburger Kim Kirchen (5:29) auf Platz zehn.

Seinen insgesamt vierten Tour-Etappensieg brachte der wie Klöden in der ersten Woche schwer gestürzte Winokurow sicher nach Hause. "Ich bin kein großes Risiko gefahren. Meinen Knien geht es besser. Ich bin wieder optimistisch", sagte "Wino".

Klöden war das Zeitfahren langsamer als Winokurow angegangen und schien damit zur "Halbzeit" auf gutem Weg zu sein. Dann musste der Tour-Dritte des vergangenen Jahres den Traum vom Tagessieg nach dem Sturz 25km vor dem Ziel begraben.

Hubschrauber bringt Klöden aus dem Tritt

"Ich hatte einen guten Tritt gefunden. Aber der Hubschrauber hat mich nervös gemacht. Dadurch bin ich gestürzt, ausgerechnet wieder auf die rechte Seite", sagte Klöden, der auf genau diese Schwachstelle auch noch nach dem Rennen stürzte. Der Wahl-Schweizer prallte auf dem Weg zur Dopingkonktrolle mit einem Journalisten zusammen.

Das erste großes Tour-Zeitfahren seiner Karrierer meisterte T-Mobile-Youngster Linus Gerdemann in 1:09:43 Stunden gut. "Der Kurs hat mir alles abverlangt", sagte der Westfale, der am vergangenen Samstag in den Alpen mit seinem Tagessieg ins Gelbe Trikot gefahren war.

Passabel präsentierte sich Markus Fothen. Der "Gerolsteiner" war in 1:10:14 Stunden schneller als der Berliner Routinier Jens Voigt (1:11:13) vom dänischen CSC-Rennstall. "Ich bin zufrieden. Das bringt mich ein bisschen nach vorne. In den nächsten Tagen will ich mich weiter verbessern", sagte Fothen.

Angesichts der ab Sonntag anstehenden Pyrenäen-Passage fuhr der "Gerolsteiner" Stefan Schumacher an seinem 26. Geburtstag in 1:13:39 Stunden eher zurückhaltend. "Ich hatte gestern Magenprobleme und wollte heute keine Kräfte verschleudern. Die nächsten Tage werden schwer genug", sagte der Schwabe, dessen Ziel ein Etappensieg in der Finalwoche ist.

Im Rahmen seiner Möglichkeiten blieb Vize-Weltmeister Erik Zabel. Für den Milram-Kapitän war 1:14:08 eine gute Zeit. Nur wenig schneller als Zabel war der deutsche Zeitfahrmeister Bert Grabsch (1:13:58) vom T-Mobile Team.

Cancellara nach Sturz chancenlos

Dagegen hatte der als Mitanwärter auf den Tagessieg angetretene Zeitfahr-Weltmeister Fabian Cancellara (CSC) einen rabenschwarzen Tag erwischt. Auf der rutschigen Piste kam der Schweizer Prologsieger zu Fall und fand anschließend seinen Rhythmus nicht mehr. Cancellara, der die komplette erste Tour-Woche im Gelben Trikot gefahren war, war in 1:15:19 Stunden chancenlos.

Zu den zahlreichen Sturzopfern gehörte auch der 37 Jahre alte Tour-Debütant Enrico Poitschke (1:16:40), der gleich dreimal auf dem Asphalt landete. Immerhin war der Milram-Profi besser als der deutsche Straßenmeister Fabian Wegmann (1:16:55) von der Konkurrenz aus Gerolstein.

© SID

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