Radsport Tour de France
Winokurow gelingt der zweite Streich

Nach dem Einzelzeitfahren am Samstag hat Alexander Winokurow auch die zweite Pyrenäen-Etappe nach Loudenvielle gewonnen. Der Gesamtführende Michael Rasmussen baute seinen Vorsprung auf Andreas Klöden weiter aus.

Andreas Klöden hat beim Kampf um das Gelbe Trikot der 94. Tour de France einen neuen Rückschlag erlitten und beim Tagestriumph seines Kapitäns Alexander Winokurow erneut Zeit verloren. Dagegen konnte sich Winokurow, der im Kampf um das Gelbe Trikot keine Rolle mehr spielt, auf der vorletzten Bergetappe eindrucksvoll für seinen schweren Einbruch vom Sonntag rehabilitierten.

Seinen zweiten Etappensieg nach dem Zeitfahr-Triumph am vergangenen Samstag in Albi machte der Astana-Kapitän nach 196km zwischen Foix und Loudenvielle-Le Louron im Alleingang perfekt. Bei seinem insgesamt fünften Tour-Erfolg seit 2003 kam der 33-jährige Kasache mit 51 Sekunden vor seinen Fluchtgefährten Kim Kirchen (Luxemburg) vom T-Mobile-Team und dem Spanier Haimar Zubeldia (Euskaltel) an

. 5:34 Minuten Rückstand für Klöden

Im Gelben Trikot hatte der in Dopingverdacht geratene Däne Michael Rasmussen (Rabobank) wie sein spanischer Erzrivale Alberto Contador (Discovery) 5:31 Minuten Rückstand. Klöden konnte nicht mithalten und kam 56 Sekunden hinter den beiden Kontrahenten an. Auf dem fünften Platz im Gesamtklassement hat der gebürtige Sachse jetzt 5:34 Minuten Rückstand auf Rasmussen, der mit 2:23 Minuten Vorsprung vor Contador führt.

Die Spitzenfahrer des Gesamtklassements hatten sich zuvor im Hauptfeld nicht an der Pyrenäen-Jagd einer Ausreißergruppe beteiligt. Erst beim Schlussanstieg machten Rasmussen und Contador ernst und fuhren ihren Begleitern mühelos davon. "Gestern hat Winokourow für das Zeitfahren bezahlt. Heute muss ich den Hut vor seiner Leistung ziehen. Aber wir haben leider zum Gelben Trikot wieder Zeit verloren", sagte Astana Sportdirektor Mario Kummer.

Rundum zufrieden war Kummers T-Mobile-Kollege Rolf Aldag mit Kim Kirchen, der fünf Minuten im Gesamkklassement aufholte : "Das war von Kim schlau gemacht. Er ist intelligent gefahren, der zweite Platz war der Lohn dafür."

Unglaublich froh', in die Top zehn des Tages gefahren zu sein, gab sich Bernhard Kohl im Ziel,

Zum Auftakt der Achterbahn-Etappe mit je zweiten Bergwertungen der 1. und 2. sowie einer der höchsten Kategorie hatte es sofort hektische Aktionen im Feld gegeben. Eine Fluchtgruppe um den "Gerolsteiner" Stefan Schumacher war ebenso schnell eingeholt worden, wie ein Ausreißerteam mit dem Berliner CSC-Profi Jens Voigt.

Erst bei Kilometer 20 formierte sich eine von Winokurow angeführte Gruppe. Der gehörten auf dem Weg über den Col de Port (1 249 m) neben Kirchen auch der Bonner Christian Knees (Milram) sowie der Österreicher Bernhard Kohl (Gerolsteiner) und später auch Voigt an.

Die 25 Ausreißer fuhren bei hohem Tempo zeitweise über acht Minuten vor dem Peloton und blieben auch noch bei den Bergpreisen am Col de Portet d'Aspet (1069m) und Col de Mente (1349m) unter sich. Beim d'Aspet ließen einige Fahrer kurz abreißen, um am Gedenkstein des dort am 18. Juli 1995 tödlich verunglückten italienischen Tour-Fahrers Fabio Casartelli zu verweilen.

Kirchen setzt Akzente

Erst beim Gipfelsturm zum Port de Bales (1755m) löste sich die Fluchtgruppe auf, worauf die Topfavoriten im Peloton aber nicht reagierten. Die erstmals ins Tour-Programm aufgenommene fast 15km lange Kletterpartie der höchsten Kategorie mit maximal 11,1 Prozent nutze Kirchen zur Offensive.

Der Gesamtzweite der Tour de Suisse entschied den Bergpreis für sich und war auch beim letzten Tagesanstieg zum Peyresourde-Pass (1569m) vorn mit dabei. Als Erster auf die letzten 12km vor der Etappenankunft im Louron-Tal ging allerdings Winokurow.

© SID

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