Radsport Verband
Radrennställe starten bei Paris-Nizza

Ungeachtet der scharfen Androhungen durch den Radsport-Weltverband (UCI) werden die Protour-Teams bei der am Sonntag beginnenden Rundfahrt Paris-Nizza an den Start gehen.

Schwere Schlappe für den Radsport-Weltverband (UCI): Ungeachtet der scharfen Androhungen durch die UCI haben sich die Protour-Teams mehrheitlich für einen Start bei der am Sonntag beginnenden Rundfahrt Paris-Nizza entschieden. Zuvor hatte der Internationale Sportgerichtshof (CAS) einen Dringlichkeitsantrag der Mannschaften zurückgewiesen und sich in dieser Sache "als nicht zuständig" erklärt.

Damit hat die UCI den Machtkampf mit der Tour-Organisation ASO vorerst verloren, was den Radsport vor eine große Zerreißprobe stellt. Der Weltverband hatte noch am Freitag bekräftigt, scharfe Sanktionen gegen alle auszusprechen, die das durch die UCI für "illegal" erklärte Rennen bestreiten werden.

Eindeutiges Votum der Teams

Der Weltverband scheiterte allerdings mit dem Versuch, die Teams auf ihre Seite zu ziehen. Mit 15 Ja-Stimmen, acht Enthaltungen und 0 Gegenstimmen haben sich die Mannschaften eindeutig für einen Start bei Paris-Nizza ausgesprochen.

"Wenn sich die Teams dazu entscheiden, den Weg mit der ASO zu bestreiten, dann werden sie ihn nicht mit der UCI gehen. Dann werden sie aus der UCI ausgeschlossen", kündigte Weltverbands-Chef Pat Mcquaid an. Den Fahrern drohen Sperren von bis zu sechs Monaten und ein Teilnahmeverbot an allen UCI-Rennen einschließlich der Weltmeisterschaften.

Disziplinarverfahren gegen die Mitinitiatoren?

Zudem kündigte Mcquaid Disziplinarverfahren gegen die Mitinitiatoren des Konflikts, wie etwa Jean Pitallier als Präsidenten des französischen Radsportverbandes FFC und gegen Eric Boyer, den Vorsitzenden der Rennstall-Vereinigung Aigcp. "Ich warte nun bis Sonntagmorgen ab. Dann werden wir sehen, wer startet", sagte Mcquaid weiter.

Der Streit war entbrannt, nachdem die ASO dem Astana-Team für alle von ihr ausgerichteten Rennen die Starterlaubnis verweigert hatte. Damit kann Toursieger Alberto Contador (Spanien) seinen Vorjahrestriumph bei der Tour de France nicht verteidigen.

ASO erkennt UCI-Regularien nicht an

Die ASO weigert sich seit Jahren beharrlich, die Regularien der UCI anzuerkennen. Diese sehen unter anderem ein Startrecht aller erstklassigen Teams bei Protour-Rennen vor. Im Radsport-Kalender 2008 hatte die UCI kein ASO-Rennen mehr der Protour zugeordnet und die Veranstaltungen als "illegal" erklärt.

Die Teams hatten in den letzten Tagen noch versucht, mit Hilfe des CAS Schlimmeres abzuwenden. Der Sportgerichtshof sollte klären, ob sie an Paris-Nizza teilnehmen können, ohne Sanktionen durch die UCI befürchten zu müssen. Für eine Dringlichkeitssitzung des CAS hätten aber sowohl die UCI als auch die Tour-Organisation ASO dem Antrag zustimmen müssen. Beide verweigerten dies jedoch.

© SID

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