Radsport Verband: Scharping erklärt Ullrich zur "Persona non grata"

Radsport Verband
Scharping erklärt Ullrich zur "Persona non grata"

Jan Ullrich wird bei einem internationalen Großereignis wohl nie mehr für Deutschland in die Pedale treten. BDR-Präsident Rudolf Scharping schließt ein Comeback des einstigen Ausnahmefahrers bei WM und Olympia aus.

Die Ampeln beim Bund Deutscher Radfahrer (BDR) stehen für Jan Ullrich auf Rot. Verbands-Präsident Rudolf Scharping schließt ein Comeback des ehemaligen Toursiegers im deutschen Trikot bei der WM oder Olympia ebenso aus wie seinen Start bei Rennen auf deutschem Boden.

"Radsport-Zukunft hängt nicht mehr von ihm ab"

"Für Rennen in Deutschland gilt, was für die Tour de France gilt: des Dopings verdächtigte Fahrer sollen nicht starten", sagte Scharping. Sollten Teams solche Profis melden, müssten notfalls die Gerichte bemüht werden, meinte der BDR-Chef zum Beispiel mit Blick auf die Deutschland-Tour im August.

Zum Fall Ullrich führte Scharping an, der Verband sei inzwischen auch sportlich nicht mehr auf den Doping belasteten 33-Jährigen angewiesen. "Die Zukunft des Radsports hängt nicht mehr von ihm ab. Das ist vor ein paar Jahren noch anders gewesen." Der Radsport in Deutschland habe der ehemaligen Lichtgestalt zwar viel zu verdanken, aber das gelte genauso im Umkehrschluss: "Man kann sich gar nicht vorstellen, wie viel Schaden der Radsport durch ihn genommen hat, nicht nur ideell."

Deshalb gebe es auch für eine Zusammenarbeit des Verbandes mit Ullrich nach dessen Karriere-Ende keinen Anlass: "Was das betrifft, sind uns Fahrer wie Erik Zabel oder Jens Voigt weit näher."

Von der Intensivstation in die Reha

Die spanische Dopingaffäre um den Arzt Fuentes habe den Radsport in eine tiefe Krise gestürzt, bekannte Scharping: "Dabei ging es nicht nur um die Ethik des Sports, sondern auch um sein wirtschaftliches Überleben. Inzwischen liegt er nicht mehr auf der Intensivstation, sondern befindet sich in der Reha."

Der BDR werde künftig eine Blutvolumenmessung bei allen Kader-Athleten anordnen, um so Manipulationen direkt zu erkennen: "Wer an Weltmeisterschaften oder Olympischen Spielen teilnehmen will, muss sich diesen Maßnahmen unterziehen. Das gilt auch für deutsche Fahrer in ausländischen Teams."

© SID

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