Radsport Vuelta
Greipel siegt bei Vuelta-Schlussetappe in Madrid

Andre Greipel vom Team Columbia hat bei der letzten Etappe der Vuelta den vierten Tagessieg einfahren können, während Alejandro Valverde von Caisse d'Epargne den Gesamtsieg holte.

In Italien unerwünscht, in Spanien ein neuer Radsport-Held: Alejandro Valverde hat zum ersten Mal die Vuelta gewonnen und sich als nächster Dopingsünder einen großen Sieg gesichert. Auf dem letzten Teilstück über 110 km von Rivas nach Madrid stahl ihm allerdings der Hürther Andre Greipel die Show: Der Columbia-Profi sicherte sich im Massensprint seinen vierten Etappensieg und behielt damit das Grüne Trikot des Punktbesten bis ins Ziel.

Valverde in einer Reihe mit Ulrich, Heras und Winokurow

Der zweimalige Vize-Weltmeister Valverde, in Italien gesperrt und bei der Tour de France in diesem Jahr deshalb nicht am Start, kürte sich zum Nachfolger von Alberto Contador und steht in einer Reihe ehemaliger Sieger mit Dopingschlagzeilen wie Alexander Winokurow, Roberto Heras, Jan Ullrich oder Alex Zülle.

Glückwünsche per Handy

Bei der Zieleinfahrt auf der Plaza de Cibeles, wo sonst Real Madrid seine Fußball-Titel feiert, hatte Valverde in der Gesamtwertung 55 Sekunden Vorsprung auf Landsmann Samuel Sanchez. Schon auf der Strecke hatte Valverde am Handy Glückwünsche entgegengenommen.

Andre Greipel hatte als fünfter deutscher bei der Spanien-Rundfahrt in der Punktwertung die Nase vorn. Vor ihm war das Rudi Altig (1962), Didi Thurau (1976), Uwe Raab (1990 und 1991) und Erik Zabel (2002 bis 2004) gelungen.

Fünf deutsche Etappensiege in drei langen Wochen

"Das waren drei lange Wochen, aber ich hatte mir vorgenommen, heute zu gewinnen. Mein Dank geht an mein Team, dem ich diesen Sieg widme", sagte Greipel nach seinem Glanzauftritt. Der Pulheimer Gerald Ciolek als Sieger der zweiten Etappe machte das gute deutsche Abschneiden bei der Spanien-Rundfahrt perfekt, auch wenn schwarz-rot-gold in der Gesamtwertung nur fernab der Top-Plätze zu finden war.

Ganz oben war der 29 Jahre alte Valverde vom Team Caisse d'Epargne der unumstrittene Star der drei Wochen zwischen dem niederländischen Assen und der spanischen Hauptstadt. Auch für das Straßenrennen bei der am Dienstag beginnenden WM im Schweizer Mendrisio gilt Valverde als heißer Goldkandidat auf einem schweren Kurs.

Zweifel an Valverde sind groß

Der Schatten über seinem Vuelta-Sieg aber ist groß. Etwas weiter östlich in Italien ist Valverde seit 11. Mai wegen Dopings für zwei Jahre gesperrt. Das nationale Olympische Komitee Coni belegte Valverde mit einer Zweijahressperre, weil ihm die Ermittler mittels DNA-Abgleich einen Blutbeutel zugeordnet hatten, der in der Operacion Puerto sichergestellt worden war. Weil die Frankreich-Rundfahrt in diesem Jahr knapp 90 Kilometer durch den Stiefel Europas führte, durfte Valverde nicht starten.

Abgeschlossen ist der Fall damit noch lange nicht. Die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) hatte sich dem Coni-Spruch angeschlossen; Valverde legte vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS Klage ein. Er bezweifelt die Zuständigkeit des Coni und fordert die Aufhebung der Sperre.

Sollte der CAS Valverdes Sperre in Italien bestätigen, würde das aber wohl einer weltweiten Sperre gleichkommen. Ebenfalls beim CAS anhängig sind im Fall Valverde Einsprüche vom Radsport-Weltverband UCI und der Wada, die die Einleitung eines Verfahrens durch den spanischen Verband fordern. Valverdes Team bastelt ungeachtet dessen bereits an der Zukunft. Tour-Sieger Contador kann sich einen Wechsel zum Valverde-Team vorstellen.

© SID

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