Radsport Weltcup
Petermann muss um Job bangen

Ein Krisengespräch mit dem BDR steht Bundestrainer Andreas Petermann bevor. Der deutsche Bahnrad-Vierer hatte beim Weltcup in Cali nur Rang zehn belegt.

Nach der nächsten Pleite des einst so ruhmreichen deutschen Bahnrad-Vierers muss Bundestrainer Andreas Petermann um seinen Job bangen. "Die Mannschaft hat sich in den vergangenen zwei Jahren in keiner Weise nach vorn bewegt. Wir haben deshalb Anfang Januar ein Gespräch mit Bundestrainer Petermann vereinbart. Das wird ein Krisengespräch", kündigte Udo Sprenger als Vizepräsident des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) an.

Zuvor hatte das jahrzehntelange Aushängeschild des deutschen Bahnradsports beim Weltcup in Cali in der Besetzung Henning Bommel (Berlin), Niklas Arndt, Johannes Kahra (beide Cottbus) und Jakob Steigmiller (Biberach) nur den zehnten Platz belegt und dabei einen Rückstand von zwölf Sekunden auf Sieger Neuseeland aufgewiesen. Damit liegt der Vierer im Kampf um die Olympia-Teilnahme 2012 in London nach drei von zwölf Qualifikationswettbewerben nur auf Platz 14.

Sprenger: "Mit diesen Ergebnissen schaffen wir Olympia-Teilnahme nicht"

"Mit diesen Ergebnissen schaffen wir die Olympia-Teilnahme nicht", ergänzte Sprenger. Bereits nach den desolaten Vorstellungen bei der WM in Kopenhagen im März dieses Jahres hatte Petermann schon in der Kritik gestanden. Damals erhielt der Leipziger vom BDR aber noch eine Chance.

Der Vierer, der einst fünf Olympiasiege und 16 WM-Titel einfuhr, droht nun zum zweiten Mal in Folge die Olympia-Teilnahme zu verpassen. Petermann übte sich aber noch in Zweckoptimismus. "Unsere Mannschaft hat im Vorfeld ein stabiles Leistungsvermögen bewiesen und war dementsprechend optimistisch und erfolgshungrig. Sie konnte aber das im Training wiederholt gezeigte Leistungsvermögen über die volle Wettkampfdistanz nicht durchhalten", analysierte der Trainer: "Trotzdem stecken wir den Kopf nicht in den Sand. Ich glaube an unser Team. Wir werden noch konsequenter arbeiten."

Erfreulich war dagegen das Abschneiden von Kristina Vogel, die im Sprint ihren ersten Weltcup-Sieg feierte und dabei sogar "Queen" Victoria Pendleton hinter sich ließ. Zusammen mit Miriam Welte wurde die 20-Jährige auch noch Zweite im Teamsprint. Damit bewegt sich Vogel immer mehr in Richtung Weltspitze, nachdem ihre Karriere vor gut 19 Monaten fast schon beendet war. Bei einem schweren Trainingsunfall, als sie mit Tempo 50 durch die Heckscheibe eines Kleinbusses geflogen war, hatte sie zwei Tage im Koma gelegen und Brüche am fünften Brustwirbel, an der Hand, am Arm und im Kiefer sowie den Verlust nahezu aller Zähne erlitten.

© SID

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