Radsport WM
Arndt und Gretsch die ersten Eisen im WM-Feuer

Mit dem Zeitfahren der Frauen und der U23-Männer startet heute in Mendrisio die Rad-WM. Medaillenchancen dürfen sich dabei Judith Arndt und Patrick Gretsch ausrechnen.

Das Hotel "Mariuccia" haben Judith Arndt und Patrick Gretsch noch in bester Erinnerung. Vor einem Jahr durften die beiden Asse des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) in der noblen Herberge am Lago di Varese ihre WM-Medaillen bei den Titelkämpfen in Italien feiern. Heute könnte das deutsche Team dort ein Deja-vu erleben, denn für die Weltmeisterschaften im nur 20km entfernten Mendrisio (Schweiz) hat sich der BDR noch einmal an gleicher Stätte einquartiert - und wieder gelten Arndt und Gretsch als aussichtsreiche Medaillenanwärter.

In den Zeitfahren der Frauen (ab 14.00 Uhr/live bei Eurosport) und des U23-Nachwuches (ab 9.30 Uhr) will die deutsche Mannschaft zum WM-Auftakt den Grundstein für ein erneut gutes Abschneiden legen, auch wenn die Rekordausbeute der fünf Medaillen von Varese nur schwer zu erreichen sein dürfte. "Dreimal Edelmetall" hat BDR-Vizepräsident Udo Sprenger als Ziel vorgegeben. Die besten Aussichten haben dabei wohl die Zeitfahrer.

Während Gretsch nach Silber im vergangenen Jahr erneut als Medaillen-Bank gilt, steht hinter Ex-Weltmeisterin Arndt nach reichlich Verletzungspech in dieser Saison ein Fragezeichen. "Ich weiß nicht genau, wo ich stehe, auch wenn es zuletzt eigentlich schon wieder sehr gut lief", sagt die 33-Jährige, die 2009 gleich dreimal eine Zwangspause einlegen musste: Ein Schlüsselbeinbruch im März, eine Handgelenksfraktur im April und zuletzt ein Oberarmbruch Mitte Juli beim Giro machten einen kontinuierlichen Formaufbau bei der Leipzigerin unmöglich.

Arndt hat die siebte Medaille im Visier

Vor einem Jahr holte Arndt zweimal Bronze und damit ihre Medaillen Nummer fünf und sechs bei Straßen-Weltmeisterschaften seit 1997. "Diesmal hat die Konkurrenz vielleicht einen kleinen Vorsprung, deshalb bin ich etwas verhalten in meinem Optimismus", erklärt die Olympia-Zweite von Athen 2004.

Im 26,8km langen Kampf gegen die Uhr könnte Arndt für die insgesamt siebte Medaille deutscher Frauen in dieser Disziplin sorgen. Das einzige Gold holte vor zwei Jahren Arndts Konkurrentin Hanka Kupfernagel, die in Mendrisio nicht zum deutschen Aufgebot zählt. Die leicht profilierte 13,4-km-Runde südlich des Luganer Sees, die zweimal zu bewältigen ist, könnte ihr dabei durchaus liegen, zumal sie mit dem Kurs des vergangenen Jahres vergleichbar ist.

Für Gretsch hätte es durchaus noch etwas hügeliger sein dürfen. "Dennoch denke ich, dass sich am Ende der Stärkste durchsetzen wird - egal, ob bergig oder flach", sagte der 22-Jährige vor dem WM-Start bei radsportnews.com.

Ein Jahr nach seinem Coup von Varese zählt der Nachwuchsfahrer, der ab der kommenden Saison beim US-Profiteam Columbia unter Vertrag steht, sogar zu den Siegfavoriten. "Ziel ist es, meine gute Leistung vom letzten Jahr zu bestätigen. Natürlich liebäugelt man wieder mit einer Podiumsplatzierung, für ganz vorne benötigt man allerdings auch Glück."

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%