Radsport WM
Degenkolb beschert BDR vierte Medaille

Die deutschen Straßenradfahrer bleiben bei der WM in Geelong (Australien) erfolgreich. John Degenkolb holte im U23-Rennen Silber und bescherte den Deutschen die vierte Medaille.

Viertes Rennen, vierte Medaille: Die deutschen Radprofis bleiben bei den Weltmeisterschaften im australischen Geelong dank John Degenkolb auf Erfolgskurs. Der Erfurter gewann im U23-Straßenrennen die Silbermedaille. Der 21-Jährige, der für das nächste Jahr einen Profivertrag beim Columbia-Team unterschrieben hat, musste sich nach 159 km im Massensprint einer 45-köpfigen Spitzengruppe nur dem australischen Lokalmatadoren Michael Matthews geschlagen geben. Gemeinsame Dritte wurden der U23-Zeitfahrmeister Michael Phinney (USA) und Guillaume Boivin (Kanada).

"Ich bin zufrieden mit Silber. Ich hoffe, dass dies ein guter Start für meine Profikarriere ist", sagte Degenkolb, der bereits seine zweite WM-Medaille einfuhr. 2008 hatte der amtierende deutsche Meister den dritten Platz in Varese geholt.

Für den Bund Deutscher Radfahrer (BDR) sind die Straßen von Geelong offenbar ein hervorragendes Pflaster. Zuvor hatten in den Einzelzeitfahr-Wettbewerben Judith Arndt (Leipzig) Silber sowie Tony Martin (Cottbus) und Marcel Kittel (Erfurt) jeweils Bronze gewonnen.

Degenkolb erfüllt Erwartungen

Degenkolb hatte das ganze Rennen über mitbestimmt und sich ständig im Vorderfeld präsentiert. Bereits im Vorfeld war der Youngster hoch gehandelt worden, nachdem er jüngst bei der gutbesetzten Tour de l'Avenir zwei Etappen gewonnen hatte. "Vielleicht habe ich am Berg zu viel gemacht, sodass ich im Sprint vielleicht nicht die besten Beine hatte", sagte Degenkolb.

"Das war eine starke Mannschaftsleistung. Alle sind sehr stark gefahren. Der Sprint von John war phänomenal, auch wenn er ein wenig zu früh angezogen hat. Er hatte aber keine andere Möglichkeit, weil er sonst eingeklemmt worden wäre", sagte Bundestrainer Patrick Moster. Womöglich wäre sonst gar der erste WM-Titel seit 2006 dringewesen, als der heutige Milram-Sprinter Gerald Ciolek gewann.

Lokalmatadoren jubeln

So durften die Aussies über den ersten Heimsieg jubeln. Dementsprechend euphorisch wurde Matthews gefeiert. Ein Novum gab es bei der Entscheidung um Bronze. Shootingstar Phinney, den Lance Armstrong für das "größte Talent seit langer Zeit" hält, und Boivin wurde zeitgleich gestoppt.

Für das Wochenende rechnen sich die Verantwortlichen des BDR weitere Chancen auf Edelmetall aus. Im Straßenrennen der Frauen zählen Arndt, Ina-Yoko Teutenberg, Charlotte Becker und Trixi Worrack zu den Medaillenkandidatinnen. Arndt hatte 2004 bereits den WM-Titel geholt. Bei den Männern am Sonntag ruhen die Hoffnungen insbesondere auf Andre Greipel, sollte es zu einem Massensprint kommen. Mit 21 Saisonsiegen ist er der erfolgreichste Radprofi des Jahres.

© SID

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