Radsport WM
Doppelspitze soll Medaillenwunsch erfülllen

Nachdem im Zeitfahren die Medaillen ausblieben, soll die Doppelspitze Erik Zabel/Stefan Schumacher bei der Rad-WM in Salzburg im Straßenrennen für einen Erfolg sorgen. Auch das Frauen-Team rechnet sich dort Chancen aus.

Das Team des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) wartet bei der Straßen-WM im österreichischen Salzburg noch auf die erste Medaille. Nachdem im Zeitfahren kein Platz auf dem Podest ergattert werden konnte, sollen die Teams nun im Straßenrennen diesen Wunsch erfüllen - sonst droht dem Verband das schlechteste Ergebnis seit 14 Jahren. "Wir hatten natürlich auf die Zeitfahren gehofft, denn bei den Straßenrennen gehört auch immer etwas Glück dazu. Aber auch ohne Edelmetall sind wir in allen Bereichen weiter Weltspitze", will BDR-Sportdirektor Burckhard Bremer aber auch nicht zu viel Druck ausüben.

Bei den Männern (Sonntag ab 10.30 Uhr) steht dabei die Doppelspitze Erik Zabel/Stefan Schumacher im Vordergrund, mit der die BDR-Mannschaft für jeden Rennverlauf gewappnet sein will: Kommt es zum Massenspurt, soll Zabel vorne dabei sein, setzen sich Ausreißer ab, soll Schumacher mitgehen. "Die Chance ist auf jeden Fall da und die jüngsten Erfolge haben meine Moral und mein Selbstbewusstsein gestärkt", erklärte Zabel, der seine gute Form zuletzt mit zwei Vuelta-Etappensiegen unterstrich. "Im Sprintfinale muss man kühlen Kopf bewahren. Als Dritter 2002 und Zweiter 2004 ist mir das schon gelungen. Daran würde ich gerne anknüpfen", so der Co-Kapitän des neunköpfigen deutschen Männer-Teams weiter.

Zabel sorgt für Misstöne

Der Kessebürener sorgte jedoch auch für Misstöne, indem er wegen des späten WM-Termins Kritik am Weltverband UCI und der Fahrergewerkschaft übte. "Dieser Termin Ende September ist eine Katastrophe. Aber die UCI zeigt in dieser Hinsicht wenig Interesse für die Belange der Fahrer und auch die Fahrergewerkschaft mit dem Präsidenten Francesco Moser tut nicht viel für uns", sagte der 36-Jährige.

Auch die Organisatoren der Titelkämpfe 2007 in Stuttgart (25. bis 30. September) sparte Zabel bei seinem Rundumschlag nicht aus. "Wenn ich die geplante Streckenführung für die nächste WM sehe, kann ich nur sagen, da hätte mal jemand die Fahrer fragen sollen. Wenn ich mitzureden hätte, würde die Strecke nicht so verlaufen."

Schumacher hofft derweil, seine gute Form der letzten Wochen, als er mit Gesamtsiegen bei der Benelux- und der Polen-Rundfahrt glänzte, halten zu können. "Dann werde ich sicher versuchen, bei Attacken mitzugehen", so der 25-jährige Gerolsteiner-Fahrer.

Frauen wollen Titel-Hattrick

Während die Herren mit einer Medaille zufrieden wären, strebt das Frauen-Team nach den Siegen von Judith Arndt 2004 und Regina Schleicher 2005 heute (14.30 Uhr) den dritten Titel in Folge an. Dabei setzen die Frauen auf die Leistungsdichte ihrer Mannschaft. "Wir sind sieben Fahrerinnen, die im Prinzip alle gewinnen könnten. Wenn wir gut zusammenarbeiten, können wir wie in den Vorjahren viel erreichen", sagte die Leipzigerin Arndt. Doch die Messlatte liegt hoch. "Eigentlich können wir nur verlieren, denn schon ein zweiter Platz wäre ja eine Verschlechterung zu den beiden Vorjahren. Deshalb ist der Titel-Hattrick unser erklärtes Ziel", meinte Frauen-Bundestrainer Jochen Dornbusch.

Den Auftakt zu den Straßenrennen bestreiten zuvor (ab 9.00 Uhr) die U23-Fahrer, die eine 176,8km lange Strecke zu bewältigen haben. Hoffnungsträger im deutschen Team ist der Kölner Gerald Ciolek, der in den vergangenen zwei Jahren schon bei den Profis beachtliche Erfolge einfuhr. "Trotzdem bin ich froh, noch einmal in der U23-Klasse starten zu können. Wir haben eine starke Mannschaft am Start - darauf baue ich", sagte der deutsche Meister von 2005.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%