Radsport WM
Gretsch erfüllt erste Medaillenhoffnung

Erster Wettbewerb, erste Medaille: Patrick Gretsch hat für die deutschen Radfahrer im U23-Zeitfahren WM-Bronze geholt. Die Frauen mussten sich mit Rang vier und zwölf begnügen.

Dem erfolgreichen Auftakt der U23-Fahrer folgte die Enttäuschung bei den Frauen: Zum Start der Straßenrad-WM in der Schweiz konnte nur der Zeitfahr-Nachwuchs die deutschen Medaillenhoffnungen erfüllen. Während der Erfurter Patrick Gretsch dem Bund Deutscher Radfahrer (BDR) im ersten Wettbewerb der Titelkämpfe Bronze bescherte, fuhren die Vorjahresdritte Judith Arndt (Leipzig) und die deutsche Meisterin Trixi Worrack (Dissen) im Zeitfahren der Frauen am erhofften Podiumsplatz vorbei.

Bei zweiten WM-Triumph von Peking-Olympiasiegerin Kristin Armstrong (USA), die für die 26,8km 35:26,09 Minuten benötigte, musste sich Arndt mit dem undankbaren vierten Platz zufrieden geben. Zweite wurde die Italienerin Noemi Cantele, Rang drei ging an die Dänin Linda Villumsen. Worrack blieb nach einem Sturz in der Anfangsphase des Rennens am Ende nur der zwölfte Platz.

Dritter Platz außer Reichweite

Bei Arndt hielt sich die Enttäuschung in Grenzen. "Der dritte Platz war für mich diesmal außer Reichweite, deshalb bin ich auch mit Rang vier zufrieden. Am Ende ist es sogar besser gelaufen, als ich gedacht hatte", erklärte die 33-Jährige, die in dieser Saison vom Sturzpech verfolgt war und seit März dreimal an Knochenbrüchen laborierte.

Armstrong, die ihren ersten WM-Titel bei der WM 2006 in Salzburg gewonnen hatte, kündigte nach dem erneuten Triumph ihren Rücktritt an. "Das ist ein perfekter Moment, um aufzuhören", sagte die 36-Jährige, die im Straßenrennen am Samstag ihren letzten Profi-Wettkampf bestreiten will.

Zuvor hatten die U23-Fahrer Gretsch und Marcel Kittel (Arnstadt) dem BDR einen erfolgreichen WM-Auftakt beschert. Gretsch fuhr ein Jahr nach seiner Silbermedaille von Varese als Dritter erneut aufs Podium, Kittel verpasste als Vierter nur knapp das erhoffte Edelmetall.

Den Titel gewann der Australier Jack Bobridge, der sich auf der 33,2km langen Strecke in 40:44,79 Minuten durchsetzte. Hinter dem zweitplatzierten Portugiesen Nelson Oliveira (18,73 Sekunden zurück) hatte Gretsch als Dritter 27,66 Sekunden Rückstand. Kittel, der angesichts einer frühen Startnummer lange Zeit geführt hatte, lag am Ende 34,46 Sekunden zurück. Als dritter deutscher Starter kam der Cottbuser Martin Reimer auf Rang 46 (3:19 Minuten zurück).

Gretsch zufrieden

"Ich habe natürlich mit einem noch besseren Ergebnis geliebäugelt, aber ich bin trotzdem zufrieden, dass ich wie im letzten Jahr das Podium erreicht habe. Es ist immer einfacher, nach oben zu kommen, als oben zu bleiben", sagte Gretsch. Kittel war wegen der knapp verpassten Medaille dagegen ein wenig enttäuscht: "Ich bedaure schon, dass ich das Podest verpasst habe, auf der anderen Seite ist ein vierter Platz bei der WM natürlich ein toller Erfolg."

Mit großen Ambitionen gehen im Zeitfahren der Männer am Donnerstag auch Titelverteidiger Bert Grabsch (CH-Kreuzlingen) und der Vorjahres-Siebte Tony Martin an den Start. Beide rechnen sich für den 49,6km langen Kampf gegen die Uhr gute Chancen auf eine Medaille aus. "Das Ziel ist ganz klar eine Medaille. Favorit auf Gold ist sicher Fabian Cancellara, aber ich werde versuchen, ihm Paroli zu bieten", so Grabsch.

Derweil gab der Weltverband UCI am Mittwoch am Rande der Titelkämpfe bekannt, dass die Straßenrad-WM 2012 in der niederländischen Provinz Limburg stattfindet. Insgesamt sind acht Gemeinden aus der südlichsten Provinz der Niederlande an der Ausrichtung beteiligt. Start und Ziel aller Wettkämpfe wird in Valkenburg sein, wo 1998 die WM ausgetragen wurde.

© SID

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