Radsport WM
Kupfernagel siegt im Kampf gegen die Uhr

Perfekter Einstand für das deutsche Team bei der Straßenrad-WM in Stuttgart. Im Zeitfahren über 25,1km holte sich Hanka Kupfernagel Gold vor Titelverteidigerin Kristin Armstrong (USA) und Christiane Soeder (Österreich).

Bei der Straßenrad-WM in Stuttgart hat Hanka Kupfernagel Geschichte geschrieben. Als erste deutsche Radsportlerin holte sie den Titel im Zeitfahren und bescherte dem Bund Deutscher Radfahrer (BDR) damit einen goldenen Auftakt. Die 33-Jährige aus dem brandenburgischen Werder holte sich im Zeitfahren über 25,1km überraschend den Titel und feierte damit nach drei WM-Siegen im Cross ihren ersten großen Triumph auf der Straße. Die deutschen U23-Fahrer hatten die erhoffte Medaille im Kampf gegen die Uhr zuvor klar verpasst.

Die dreimalige Cross-Weltmeisterin verwies Titelverteidigerin Kristin Armstrong (USA) mit 23 Sekunden Vorsprung auf Platz zwei. Dritte wurde die Österreicherin Christiane Soeder mit 41 Sekunden Rückstand, während Charlotte Becker (Waltrop) als zweite deutsche Starterin 2:14 Minuten zurück auf Rang 18 kam.

Kupfernagel: "Ich bin regelrecht vom Rad gefallen"

"Ich habe wirklich alles aus mir herausgeholt und bin erstmals nach einem Rennen regelrecht vom Rad gefallen", berichtete Hanka Kupfernagel nach ihrem Coup. Mit Freudentränen in den Augen fiel sie anschließend ihrem Freund und Trainer Mike Kluge in die Arme, der neben Bundestrainer Jochen Dornbusch im Begleitfahrzeug gesessen hatte. "Ich bin einfach nur glücklich, diesen Titel zu haben", sagte die Olympiazweite im Straßenrennen von Sydney 2000.

Ihre einzigen Medaillen bei einer Straßen-WM hatte sie 1998 mit zweimal Bronze in Valkenburg geholt und sich in den vergangenen vier Jahren auf die Cross-Disziplin konzentriert. Im Juni hatte sie sich dann mit dem Titel bei den deutschen Meisterschaften in Rostock in ihrer einstigen Paradedisziplin zurückgemeldet.

Da sie wegen ihres Fehlens bei den Straßen-Titelkämpfen der letzten Jahre in der ersten Gruppe gestartet war, hatte Kupfernagel nach ihrer Zieldurchfahrt zwei Stunden lang bangen müssen, ehe ihr Sieg feststand. "Ich hatte erst ein wenig die Befürchtung, dass sich die Wetterbedingungen während des Rennens vielleicht ändern könnten", meinte die gebürtige Geraerin.

BDR-Nachwuchs im Zeitfahren chancenlos

Ohne Chance war zuvor der BDR-Nachwuchs im Zeitfahren der U23-Klasse. Als bester deutscher Starter im Zeitfahren über 38,1km kam der zweimalige Junioren-Weltmeister Marcel Kittel (Ichtershausen) mit 2:05 Minuten Rückstand auf Sieger Lars Boom (Niederlande) auf den 18. Rang, nur 24. wurde der letztjährige WM-Sechste Stefan Schäfer (Cottbus) 2:34 Minuten zurück.

Der 21-jährige Boom verwies den Russen Michail Ignatiew mit neun Sekunden Vorsprung auf Rang zwei. Dritter wurde der Franzose Jerome Coppel (45 Sekunden zurück). Ignatiew (Sieger 2005) und Coppel hatten auch im Vorjahr Silber und Bronze hinter dem Belgier Dominique Cornu geholt. Einziger deutscher U23-Weltmeister im Zeitfahren war bisher der heutige Gerolsteiner-Profi Markus Fothen 2003 geworden.

© SID

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