Radsport WM
Marta Bastianelli holt sich den Straßen-WM-Titel

Außenseiterin Marta Bastianelli hat bei den Radweltmeisterschaften in Stuttgart den Straßentitel der Frauen gewonnen. Die Italienerin setzte sich auf dem 133,7-km-Kurs nach 3:46:34 Stunden durch. Trixi Worrack wurde 18.

Die Entscheidung um den Straßentitel der Frauen bei den Radweltmeisterschaften in Stuttgart endete mit einer Überraschungssiegerin: Außenseiterin Marta Bastianelli (Italien) setzte sich auf dem 133,7-km-Kurs nach sieben Runden im Alleingang nach 3:46:34 Stunden durch. Silber sicherte sich Titelverteidigerin Marianne Vos aus den Niederlanden vor Giorgia Bronzini, die als zweite Italienerin in die Medaillenränge fuhr.

Als beste Deutsche wurde die letztjährige Vizeweltmeisterin Trixi Worrack (Dissen) mit 13 Sekunden Rückstand 18., Judith Arndt (Leipzig) kam nach zwei Stürzen 57 Sekunden zurück gar nur auf den 21. Rang.

Zwei Stürze für Arndt des Guten zuviel

Vor allem der zweite Sturz 11km vor dem Ziel brachte die 31-jährige Mitfavoritin um alle Medaillenchancen. "Beim ersten Mal bin ich noch rangekommen, beim zweiten nicht mehr. Das war einfach zuviel Pech", sagte Arndt. Somit war Worrack in der Schlussphase des Rennens auf sich allein gestellt und konnte in die Entscheidung nicht mehr eingreifen: "Allein hatte sie es gegen die starke Konkurrenz schwer", meinte Bundestrainer Jochen Dornbusch, der sich mit Kritik daher zurückhielt: "An der Leistung unseres Teams kann ich nichts aussetzen, das Ergebnis ist allerdings enttäuschend."

Derweil musste Zeitfahr-Weltmeisterin Hanka Kupfernagel, die mit ihrem Triumph im Kampf gegen die Uhr die bisher einzige Medaille für den BDR geholt hatte, nach viel Arbeit für Arndt und Worrack vor Beginn der letzten Runde abreißen lassen. Bis dahin hatte sich die 33-Jährige immer wieder an der Spitze des Hauptfeldes gezeigt und zuletzt noch einmal das Loch zu zwei Ausreißerinnen geschlossen. Ihren Teamkolleginnen wollte die gebürtige Thüringerin keinen Vorwurf machen: "Die Mädels sind gut gefahren, aber vielleicht war die Taktik nicht optimal", so Kupfernagel.

Ab Kilometer 70 Bewegung im Feld

Während es zu Beginn des Rennens noch wenig Attacken gegeben hatte, forcierten einige Nationen ab etwa 70km vor dem Ziel ihre Aktivitäten und sorgten so zunehmend für Unruhe im Feld. Vor allem die Italienerinnen zeigten sich immer wieder vorne und initiierten mehrfach kleine Ausreißergruppen. Nach einem Sturz am Ende der drittletzten Runde, in den auch Arndt verwickelt war, hatten sich Mitfavoritin Noemi Cantele (Italien) und Zeitfahrspezialistin Amber Neben (USA) etwa 30 Sekunden absetzen können, ehe Kupfernagel den Angriff konterte und die beiden Ausreißerinnen stellte.

Slowake Velits gewinnt U23-Entscheidung

In der U23-Klasse setzte sich der Slowake Peter Velits nach 171,9km im Massensprint vor dem Australier Wesley Sulzberger und Jonathan Bellis aus Großbritannien durch. Als bester Deutscher kam der Bielefelder Dominic Klemme auf den siebten Platz. "Es sah zwischenzeitlich ja gar nicht mehr so aus, als würde es noch eine Sprintentscheidung geben. Als die Chance da war, habe ich einfach mit reingehalten und bin am Ende mit meiner Platzierung sehr zufrieden", sagte der deutsche Meister Klemme.

An der Strecke hatten sich derweil trotz des Hickhacks und der Doping-Diskussionen der vergangenen Tagen bei schönem Wetter Tausende Zuschauer eingefunden. Die Befürchtungen, dass die Querelen auf die Stimmung drücken könnten, bewahrheiteten sich nicht.

© SID

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