Rätseln über unterschiedliche Doping-Proben: Ein Favorit verwirrt die Wissenschaft

Rätseln über unterschiedliche Doping-Proben
Ein Favorit verwirrt die Wissenschaft

Bereits vor dem heutigen Start der Nordischen Ski-WM in Oberstdorf rückt das Thema Doping in den Vordergrund: Die A-Probe von Langläufer Vincent Vittoz war positiv, die B-Probe negativ - bei den Läufen darf er also starten.

HB OBERSTDORF. Es ist bemerkenswert, wie ausführlich Sarah Lewis über etwas reden kann, von dem sie sagt, dass es nicht existiert. "Es gibt keinen Fall Vincent Vittoz", sagt die Generalsekretärin des Weltskiverbandes Fis, obwohl sie zuvor bei der Eröffnungspressekonferenz der Nordischen Ski-Weltmeisterschaft minutenlang über den französischen Langläufer referiert hatte. Vittoz hatte vor drei Wochen eine positive A-Probe und eine negative B-Probe abgegeben. Nun darf gerätselt werden: Dopingfall oder nicht?

Bereits vor dem heutigen WM-Start in Oberstdorf rückt durch den Fall Vittoz das Thema Doping in den Vordergrund. "Ich hoffe, dass wir nach der WM keinen einzigen Fall haben werden", sagte Fis-Präsident Gian Franco Kasper, "aber das Risiko besteht immer." Zumal das Langlaufen in den letzten Jahren immer wieder durch spektakuläre Dopingfälle in die Schlagzeilen geraten ist. So mussten bei den Olympischen Spielen 2002 in Salt Lake City der für Spanien startende Johann Mühlegg sowie die Russinnen Larissa Lasutina und Olga Danilowa ihre Medaillen zurückgeben.

In Oberstdorf werden die Athleten so streng getestet wie zuletzt nur bei Olympia in Athen. Nach jeder Entscheidung müssen die vier Erstplatzierten sowie zwei ausgeloste Athleten zum Dopingtest. Diesen führt die Nationale Anti-Doping-Agentur (Nada) durch. Alle Athleten im Langlaufen und in der Nordischen Kombination müssen vor dem Wettkampf eine Blutprobe abgeben, die in Lausanne untersucht wird. Dort wird erstmals bei einer WM auch geprüft, ob der Athlet eine Eigenbluttransfusion unternommen hat, um seine Ausdauer zu steigern. Die Urintests der Nada werden nach Köln ins Labor von Professor Wilhelm Schänzer gebracht. Dieses hatte die widersprüchlichen Ergebnisse bei Vittoz festgestellt und war dadurch unter Druck geraten. "Wir zweifeln nicht an dem Labor", sagte Sarah Lewis, "es ist von der Welt-Anti-Doping-Agentur anerkannt und untersucht pro Jahr bis zu 10 000 Proben."

Seite 1:

Ein Favorit verwirrt die Wissenschaft

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%