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Ralf Schumacher: Kein Mitleid mit Bruder Michael

Ralf Schumacher hat Mitleid mit dem verletzten Juan Pablo Montoya, aber nicht mit seinem so schwach wie nie in die Formel-1-Saison gestarteten Bruder Michael.

dpa STUTTGART. Ralf Schumacher hat Mitleid mit dem verletzten Juan Pablo Montoya, aber nicht mit seinem so schwach wie nie in die Formel-1-Saison gestarteten Bruder Michael.

"Mit dem brauchst du kein Mitleid zu haben", sagte der Toyota-Pilot aus Kerpen in einem Interview mit dem Sportmagazin "kicker". Grundsätzlich sei sein Bruder "in einer etwas schwierigen Situation". Das gelte aber auch für Ferrari. Ralf Schumacher geht jedoch von einem Aufwärtstrend beim siebenmaligen Weltmeister und dessen Team beim Großen Preis von San Marino aus. "Wenn in Imola Auto und Reifen halten, muss man sich wohl keine Sorgen machen."

Dagegen tut ihm Montoya Leid. "Der schon! Weil er klar besser ist als Kimi Räikkönen und vor allem weniger Fehler macht", sagte Ralf Schumacher über seinen früheren Teamkollegen bei BMW-Williams. Der kolumbianische Mclaren-Mercedes-Mann musste wegen einer angeblich beim Tennis erlittenen Schulterverletzung zuletzt beim Großen Preis von Bahrain passen, hofft aber auf sein Comeback in Imola.

Ralf Schumacher hat sich für den ersten europäischen Saisonlauf den Sprung aufs Siegertreppchen zum Ziel gesetzt. "Ich hoffe auf einen Startplatz in der dritten Reihe und will im Rennen, wenn möglich, aufs Podest kommen. Das müsste auch ohne Ausfälle gelingen", sagte der 29-Jährige. Nach einem zwölften, fünften und vierten Rang liegt Ralf Schumacher mit neun WM-Punkten auf dem vierten Platz der Fahrerwertung. Der zweimalige spanische Saisonsieger Fernando Alonso (Spanien) führt mit 26 Zählern klar vor Schumachers italienischem Teamkollegen Jarno Trulli (16).

Michael Schumacher bleibt trotz des schwächsten Saisonstarts in seiner Formel-1-Karriere gelassen. Die Weltmeisterschaft sei "entgegen der Meinung mancher Pessimisten - noch lange nicht entschieden", teilte der siebenmalige Weltmeister aus Kerpen auf seiner Internet-Homepage mit. "Sicher lief der Saisonbeginn nicht so, wie wir das uns insgeheim erhofft hatten, aber intern wissen wird, dass es nach außen hin schlimmer wirkt als es den Tatsachen entspricht."

Michael Schumacher, der mit nur zwei Punkten nach drei Rennen abgeschlagen 14. der Fahrerwertung ist, schreckt der Riesenrückstand auf den souveränen WM-Spitzenreiter Alonso nicht. "24 Punkte klingen nach viel, aber sie sind mit Sicherheit nicht uneinholbar", sagte er. Es dürfe nicht vergessen werden, dass dem spanischen Renault-Konkurrenten der Saisonverlauf bislang stark entgegen gekommen sei.

Schumacher sieht den zweifachen Saisonsieger gewaltig unter Druck. "Er muss nun bereits die Meisterschaft im Hinterkopf haben, und in bestimmten Situationen wird er abwägen müssen, ob er nicht lieber vorsichtiger zu Werke geht und im Zweikampf lieber mal zurückzieht, um sich die Punkte zu sichern", urteilte der 36 Jahre alte Rheinländer. Er dagegen habe nichts zu verlieren und könne angreifen. "Nein, der WM-Kampf ist noch lange nicht in der entscheidenden Phase", sagte Schumacher. Es würden sich noch viele Verschiebungen ergeben.

Schumachers Zuversicht für das Ferrari-Heimrennen in Imola basiert auch auf den gut verlaufenen intensiven Testfahrten. Etwa 2 500 Kilometer spulte er im F2005 herunter. "Wir müssen gar nicht darum herum reden: unser Ziel ist, wieder vorn dabei zu sein, und ich denke, wir haben gute Karten", sagte der 83-malige Grand- Prix-Sieger vor dem Großen Preis von San Marino. Spaß wird der Hobby-Kicker beim Europa-Auftakt auf jeden Fall haben: Die Fußballmannschaft der Fahrer tritt beim traditionellen Wohltätigkeitsspiel im Stadio Olimpico von San Marino gegen die Auswahl Campioni del Cervia an.

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