Regen, Sturm - und Langeweile im Klubhaus
Golf Masters versinken im Schlamm

Golf spielen ist in Augusta im US-Bundesstaat Georgia derzeit kaum möglich. Die meisten Profis komplettierten nur die erste Runde und langweilten sich dann im Klubhaus.

HB BERLIN. Regen, Stürme und ein bisschen Golf - das 69. US Masters versinkt im Schlamm von Georgia. Nachdem bereits am Donnerstag nur 24 der 92 Golfer ihre Auftaktrunde beenden konnten, wurde auch einen Tag später kaum gegen die kleine weiße Kugel geschlagen.

Während Bernhard Langer nur die erste Runde komplettierte und mit 74 Schlägen auf Rang 36 in Lauerstellung lag, begab sich eine Handvoll Spieler zumindest für eine knappe Stunde auf Runde zwei. Unter ihnen auch der Amerikaner Chris DiMarco sowie das britische Duo David Howell und Luke Donald, die mit fünf Schlägen unter Par die Spitzenposition übernahmen.

Es war 16.40 Uhr in Augusta, als Tausende enttäuschter Golf-Fans die berühmte Washington Road in ein Meer von Regenschirmen verwandelten, aus den Autoradios dudelte dazu fast ironisch der melancholische Klassiker «Rainy Night in Georgia». Verzweifelt hatten die Organisatoren des Turniers auf eine Lücke auf dem Radarschirm gewartet. Doch nach vier Stunden blieb schließlich doch nur der Griff zur Wettersirene, die Spielern und Zuschauern das vorzeitige Ende des zweiten Masters-Tages signalisierte.

Mitfavorit Vijay Singh nahm es mit Humor. Auf dem Weg nach draußen setzte er sein Autogramm auf ein von einem pfiffigen Fan hastig angefertigtes Plakat: «Singh-ing in the Rain». Der ehemalige Golflehrer aus Fidschi durfte der für Samstag (8.30 Uhr Ortszeit) vorgesehen Fortführung des Turniers beruhigt entgegensehen. Singh lag auf Rang vier nur einen Schlag zurück, Titelverteidiger Phil Mickelson mit drei Schlägen Rückstand und auf Rang sieben ebenfalls auf Tuchfühlug zur Spitze.

Dagegen erwischte der Rest der «ab Four»einen schwachen Start. Tiger Woods hämmerte auf Bahn acht seinen Abschlag in den Wald und lag aufgrund des daraus resultierenden Bogeys gleichauf mit Langer. Ernie Els (43.) sah sich sogar bereits acht Schläge zurück. Allerdings erreichte der Südafrikaner vor zwei Jahren nach einem ähnlich verpatzten Auftakt noch Rang sechs.

Langer dürfte die erneute Regenunterbrechung nicht ungelegen gekommen sein. Der 47-Jährige verspielte mit Bogeys auf den Bahnen 14, 15 und 18 eine bessere Ausgangsposition. Allerdings hatte Deutschlands Ausnahmegolfer bereits am Abend zuvor eine speziell in Augusta immer wieder gern zitierte Binsenweisheit aus der Versenkung geholt: «ier wird kein Turnier am ersten Tag gewonnen. Solange ich einigermaßen dicht oben dran bin, ist noch nichts verloren.»

Langer wäre im übrigen nicht Langer, wenn er nicht gleich nach der Absage der zweiten Runde den Weg zur Driving Ranch suchte. Doch am Freitagabend wurde der arbeitswillige Anhausene durch ein weiteres Gewitter gestoppt. Also machte sich Langer als einer der ersten auf den Weg nach Haus.

Die meisten seiner Kollegen langweilten sich zu diesem Zeitpunkt noch im Klubhaus. «Man kann nicht viel machen. Die meisten sitzen in der Ecke und dösen vor sich hin», beschrieb Luke Donald die Szenerie, die im krassen Gegensatz zum emsigen Geschehen auf dem altehrwürdigen Augusta National-Golfkurs stand.

Als der Regen endlich nachließ, widmete sich gleich eine ganze Heerschar von Helfern der Behandlung der Grüns, auf dem Fairway des 18. Lochs wurde ein neuentstandener Bach mit Schrubbern in den nahegelegenen Wald umgeleitet. Die einzig gute Nachricht des Tages vermeldete schließlich der Wettermann. Ab Samstagmittag wurde für Augusta strahlender Sonnenschein vorausgesagt.

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