sonstige Sportarten
Regina Schleicher gewinnt Straßenrennen der WM

Regina Schleicher hat das Straßenrennen bei der Rad-WM in Madrid gewonnen. Die Würzburgerin siegte nach 126km im Sprint und trat damit die Nachfolge von Judith Arndt als Weltmeisterin an.

Eine starke deutsche Mannschaft hat Regina Schleicher bei der Straßen-WM in Madrid zum Regenbogen-Trikot der Weltmeisterin geholfen. Die Sprinterin aus Unterfranken holte den WM-Titel nach 126 Kilometern auf dem Rundkurs in der spanischen Hauptstadt im Schlussspurt nach 3:08:52 Stunden vor Nicole Cooke aus Wales und der australischen Weltcup-Gesamtsiegerin Oenone Wood, die in der Profi-Equipe Nürnberger Teamkollegin von Schleicher ist.

"Die Journalisten haben mich fast umgerannt"

Den größten Erfolg ihrer Laufbahn konnte die gebürtige Würzburgerin im Ziel noch gar nicht richtig fassen. "Das wird mir alles wahrscheinlich erst später klar. Jetzt ist der ganze Rummel erst mal stressig. Die Journalisten haben mich fast umgerannt", sagte die im italienischen Camaiore lebende Schleicher, die in Madrid Nachfolgerin ihrer Teamkollegin Judith Arndt wurde.

Die 31-Jährige trug sich als 5. deutsche Straßen-Weltmeisterin seit der WM-Premiere 1958 in die Annalen ein. Vor Arndt hatten DDR-Fahrerin Elfriede Eicholz (1965), Beate Habetz (1978) und Ute Enzenauer (1981) für deutsche WM-Siege gesorgt.

"Ins Ziel reingeschoben worden"

In der Stunde ihres Triumphes gab sich Schleicher bescheiden: "Ich hatte an dem Gewinn des WM-Titels am wenigsten Anteil. Meine Arbeit fand nur auf den letzten 100 Metern statt. Ich bin ja von meinen Teamkolleginnen fast ins Ziel reingeschoben worden."

Der Dank an die Begleiterinnen war berechtigt. Im Finale nach sechs Runden auf dem 21-km-Kurs hatte Schleicher neben Judith Arndt noch die letztlich zehntplatzierte Trixi Worrack als Helferin zur Seite. Zuvor hatten sich die anderen vier Starterinnen vom Bund Deutscher Radfahrer (BDR) für die schnellste Frau der Welt aufgeopfert.

Vor allem WM-Debütantin Luise Keller und Therese Senf hatten ständig Löcher zugefahren und die Favoritengruppe bis zum Schluss zusammengehalten. Zuvor hatten Ina-Yoko Teutenberg und Madeleine Sandig dafür gesorgt, dass Ausreißversuche von Beginn an im Keim erstickt wurden und die BDR-Crew das Rennen stets kontrollierte.

"Bei diesem großartigen Finale kamen mir die Tränen. Wie wir den Sprint angefahren haben, das war Weltklasse. Ich bin völlig überwältig und kann das noch gar nicht richtig in Worte fassen", sagte BDR-Teamleiterin Petra Rossner, die auch bei der Equipe Nürnberger die Chefin von Schleicher und Arndt ist.

"Es ist perfekt gelaufen"

Einen wesentlichen Anteil an dem Erfolg hatte die entthronte Titelverteidigerin Arndt, deren Start zwei Tage nach dem vierten Rang im Einzelzeitfahren wegen einer Viruserkrankung auch noch am Samstagmorgen gar nicht sicher war. "Ich bin total happy, dass alles so gut geklappt hat. Auf Regina ist immer Verlass, es ist perfekt gelaufen", sagte die Leipzigerin, die sich ganz in den Dienst der Mannschaft gestellt hatte.

"Judiths Einstellung war imponierend. Das war sehr menschlich, sportlich und angesichts ihrer Gesundheitsprobleme eine ganz große Leistung", sagte BDR-Präsident Rudolf Scharping. Arndt kam mit 39 Sekunden Rückstand als 35. ins Ziel.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%