Reiten Chio
Schwerer Sturz von Miranda überschattet Chio

Der Sieg von Springreiterin Christina Liebherr ist durch den schweren Sturz von Alvaro Miranda in den Hintergrund gerückt. In der Drei-Sterne-Prüfung fiel Bettina Hoy weit zurück.

Der Sieg von Springreiterin Christina Liebherr (Schweiz) im "Preis von NRW" beim Chio in Aachen mit dem 13 Jahre alten Wallach No Mercy wurde am Freitag von einem schweren Sturz überschattet. Der brasilianische Springreiter Alvaro Miranda, Ehemann der griechischen Mrd.-Erbin Athina Onassis, stürzte im Umlauf schwer und musste in die Klinik gebracht werden.

Der Südamerikaner fiel mit seiner neun Jahre alten Stute Ad Ornella in den Oxer und verhakte sich in einem Steigbügel. Das Pferd zog den Reiter noch einige Meter hinter sich durch den Parcours, ehe es von Helfern gestoppt werden konnte.

Glück im Unglück

Miranda hatte Glück im Unglück. Bei der Untersuchung stellten die Ärzte nicht den zunächst befürchteten Bruch, sondern nur eine Stauchung des Fußgelenkes fest. Der Reiter konnte nach kurzer Untersuchung die Klinik wieder verlassen.

Mirandas Frau Athina Onassis hatte den Sturz auf der Tribüne miterlebt und war sofort zu ihrem Mann gerannt. Der Reiter wurde schnell medizinisch betreut. Seine Frau, selbst auch Springreiterin, begleitete ihn auf der Fahrt in die Klinik.

Das Paar hatte im Jahr 2005 geheiratet und lebt in Sao Paolo. Athina Onassis ist die Enkelin des griechischen Tycoons Aristoteles Onassis, einem der einflussreichsten Reeder der Nachkriegszeit. Das Vermögen von Athina, die auch am Finale der gewinnträchtigsten Springreit-Serie Global Champions Tour (GCT) beteiligt ist, wird auf sechs Mrd. Euro geschätzt.

Der Sturz rückte auch das Ergebnis in den Hintergrund. Hinter der gebürtigen Stuttgarterin Liebherr (0 Fehlerpunkte/44,05 Sekunden) belegte Marcus Ehning (Borken) mit Küchengirl (0/45,95) den zweiten Platz. Dritter wurde der Norweger Tony Andre Hansen mit Camiro (0/49,98). "No Mercy hat in den letzten Wochen eine aufsteigende Form gezeigt. Ich glaube, dass wir beide hier in Aachen noch für Überraschungen sorgen werden", sagte Liebherr.

Bettina Hoy muss Führung abgeben

In der Vielseitigkeit erlebte Bettina Hoy in der Drei-Sterne-Prüfung im Springen einen Einbruch und musste ihre Führung abgeben. Die im englischen Gatcombe lebende Team-Weltmeisterin leistete sich mit Ringwood Cockatoo eine Verweigerung, zwei Abwürfe und mehrere Zeitfehler und rutschte mit 67,00 Minuspunkten vor dem Geländeritt am Samstag auf den 26. Platz zurück.

Die deutsche Mannschaft konnte hingegen im Nationenpreis die Führung behaupten, da Hinrich Romeike (Nübbel) mit Marius und Frank Ostholt (Warendorf) mit Mr. Medicott nur je einen Abwurf hatten. Ingrid Klimke (Münster) leistete sich mit Abraxxas einen Abwurf und zwei Zeitfehler und liegt in der Einzelwertung mit 46,40 Minuspunkten als beste Deutsche auf dem zweiten Platz. Ostholt folgt mit Mr. Medicott (50,10) auf Rang vier und mit Air Jordan (50, 20) auf Rang fünf. Es führt Tim Lips (Niederlande) mit Blom's Oncarlos (43,70).

Nach der Dressur hatte Hoy noch vorne gelegen, obwohl sie mit der Beurteilung nicht zufrieden war: "Ich habe mit einer besseren Punktwertung gerechnet. Das war nicht in Ordnung", schimpfte sie. Bundestrainer Hans Melzer sah das ähnlich: "Gemessen an der Benotung für Nicolas Touzaint war die Bewertung von Bettina ungerecht." Der französische Europameister Touzaint kam mit Joker D'Helby (38,90) auf den zweiten Platz.

Am Samstag wird die Prüfung mit dem Geländeritt über knapp vier Kilometer im Hinterland der Soers fortgesetzt. 40 000 Besucher werden zu dem Reitsport-Spektakel in der Natur erwartet.

© SID

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