Reiten Dressur
Deutsche Dressur-Equipe holt den Titel

Zum neunten Mal in Folge hat die deutsche Dressur-Equipe den WM-Titel gewonnen. In Aachen setzten Heike Kemmer, Nadine Capellmann, Isabell Werth und Hubertus Schmidt vor den Niederlanden und der USA durch.

Die deutsche Dressur-Equipe hat bei der Reit-WM in Aachen das erhoffte erste Gold gewonnen und damit ihre einmalige Siegesserie ausgebaut. Die Gastgeber erzielten vor 35 000 begeisterten Zuschauern in der Soers im Grand Prix 223,625 Prozentpunkte und hielten damit erneut den Erzrivalen aus den Niederlanden um Olympiasiegerin Anky van Grunsven (217,917) auf Distanz.

Die deutsche Meisterin Heike Kemmer (Winsen) auf Bonaparte, Nadine Capellmann (Würselen) mit Elvis und Isabell Werth (Rheinberg) mit Satchmo sicherten dem deutschen Team damit zum neunten Mal in Folge bei einer WM den Titel. Für das Streichresultat sorgte Hubertus Schmidt (Borchen) auf Wansuela Suerte. Letztmals musste sich Deutschland 1970 bei der WM Aachen mit Mannschafts-Silber in der Dressur begnügen. Bronze ging an die USA (213,917).

Van Grunsven zeigt ungewohnte Schwächen

Nach dem Ritt von Schluss-Starterin Werth (Rheinberg) auf Satchmo kannte der Jubel im deutschen Lager keine Grenzen mehr, obwohl der Sieg noch nicht feststand. "Das muss es gewesen sein", mutmaßte Bundestrainer Holger Schmezer und hatte Recht. Der Niederländer Edward Gal mit Lingh konnte als letzter Reiter der Konkurrenz das Blatt nicht mehr wenden.

Zuvor hatte Anky van Grunsven auf ihrem Salinero ungewohnte Schwächen gezeigt und damit wohl alle Goldchancen für ihr Team verspielt. Eine weitere deutsche Bilanz war somit gerettet: Deutschland blieb seit den Olympischen Spielen 1972 bei allen Championaten (WM, EM, Olympia) unbesiegt.

Capellmann: "Die Bewertungen sind hier sehr streng"

Die viermalige Olympiasiegerin Isabell Werth hielt als vierte und letzte deutsche Starterin dem hohen Druck stand und zeigte die gewohnte Nervenstärke. "Ich habe schon während der Prüfung gelächelt. Satchmo hat sich mit dieser Leistung für schwächere Autritte der Vergangenheit rehabilitiert", sagte sie. Mit 75,000 Prozentpunkten erzielte sie exakt das Ergebnis von Anky van Grunsven und war damit Drittbeste. "Es freut mich, dass wir wieder mit Anky auf Augenhöhe sind."

Nicht ganz die Erwartungen erfüllen konnte Nadine Capellmann. Die Lokalmatadorin aus Würselen und Doppel-Weltmeisterin von 2002 zeigte auf ihrem zehn Jahre alten Wallach Elvis einige Unsicherheiten und musste sich mit 72,833 Punkten zufrieden geben. Die zierliche Reiterin war mit den Punktrichtern nicht einverstanden: "Für mein Gefühl waren das zwei Punkte mehr, obwohl ich zwei Fehler gemacht habe. Aber die Bewertungen sind hier sehr streng."

Werth: "Das macht mir sehr viel Mut für Freitag"

Den Grundstein für den deutschen Sieg hatte Heike Kemmer am Vortag gelegt. Mit einem Ritt voller Leidenschaft kam sie mit dem 13 Jahre alten Bonaparte auf 75,792 Prozentpunkte und führte ihr Team zurück in die Goldspur. "Das war der Kick, den wir brauchten", sagte die 44-Jährige. Vor ihren Auftritt bei der WM hatte sich die Mannschafts-Olympiasiegerin an einen stillen Ort zurückgezogen und war den Ritt im Kopf durchgegangen: "Das hat mir sehr geholfen und gab mir die Kraft."

Hubertus Schmidt (Borchen) mit seiner Stute Wansuela Suerte, der erst durch eine Verletzung von Klaus Husenbeths Pferd Piccolino ins Team gerutscht war, hatte das deutsche Lager mit seiner mäßigen Auftakt-Leistung von 69,208 Punkten zunächst in Schrecken versetzt. "Ich kann das Ergebnis nicht verstehen. Im vergangenen Jahr habe ich für die gleichen Wechsel mehr Punkte erhalten", sagte Schmidt, der die Hoffnung auf den Gesamtsieg nie aufgab: "Vielleicht bin ich ja am Ende das Streichergebnis", sagte er. Auch er sollte Recht behalten.

Vor allem Isabell Werth schöpfte durch die gute Leistung neuen Mut für die Einzelwertung, die am Freitag mit dem Grand Prix Special in die heiße Phase geht. "Das macht mir sehr viel Mut für Freitag", sagte Werth, die ursprünglich für die WM ihr Top-Pferd Warum nicht satteln sollte. Wegen einer Verletzung musste sie schließlich auf den routinierten Satchmo zurückgreifen und erfüllte die Erwartungen des ersten Tages: "Jetzt werde ich den Erfolg einfach nur genießen", kündigte sie an.

© SID

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