Reiten Dressur
Van Grunsven holt Kür-Gold

Die letzte Goldmedaille bei den Dressur-Wettbewerben der Reit-WM in Aachen geht an die 37-jährige Niederländerin Anky van Grunsven. Einen Tag nach ihrem zweiten Platz im Grand Prix Special erzielte die im dritten Monat schwangere Olympiasiegerin bei ihrem Triumph in der Kür mit dem zwölf Jahre alten Wallach Salinero 86,100 Prozentpunkte und triumphierte zum zweiten Mal nach 1994 bei einer WM-Kür.

Vor 45 000 Zuschauern im ausverkauften Reiterstadion belegte Andreas Helgstrand (Dänemark/81,500) mit der neun Jahre alten Stute Matine Platz zwei. Doppel-Weltmeisterin Isabell Werth (Rheinberg/80, 750), die die ersten beiden Wettbewerbe von Aachen im Team und im Grand Prix Special gewonnen hatte, kam mit ihrem zwölf Jahre alten Wallach Satchmo auf Rang drei und gewann bereits ihre dritte Medaille bei den Weltreiterspielen von Aachen.

Werth: "Das war Gigantismus pur"

"Unglaublich. Damit habe ich in den kühnsten Träumen nicht gerechnet. Ich muss mich zusammenreißen", sagte Werth nach dem unerwarteten "Bronze-Coup". Nach Gold mit dem Team und im Special ist und wird sie bis zum Ende der erfolgreichste WM-Teilnehmer in Aachen bleiben. "Wenn mich in zehn Jahren mal einer fragt: was war damals in Aachen los?, dann sage ich, das war Gigantismus pur."

Durch ihre beiden Goldmedaillen schraubte die weltbeste Dressur-Reiterin ihre Bilanz bei Championaten auf vier olympische Goldmedaillen, sechs WM-Siege und zwölf EM-Titel. "Sie hat heute bewiesen, was für eine Ausnahmereiterin sie ist", lobte Springreit-Altmeister Hans Günter Winkler.

Ersatzpferd Satchmo beweist sein Genie

Erwartet hatte Werth die Medaille im abschließenden Wettbewerb allerdings nicht. "Ich wollte Satchmo nur ruhig nach Hause bringen", erklärte die Deutsche nach der Kür. Eine eigene Choreographie hatte sie mit dem Wallach nicht erarbeitet. Der Hannoveraner war zunächst nicht für die WM vorgesehen. Erst durch die Verletzung von Werths zweitem Top-Pferd Warum nicht kam der neue WM-Held zum Zuge. Satchmo galt in der Vergangenheit als "schwierig", wandelte oft auf dem schmalen Grat zwischen Genie und Wahnsinn. "Vor einem Jahr wäre bei einer Flutlichtshow der Wahnsinn noch aus ihm rausgebrochen", sagte Werth.

Lokalmatadorin Nadine Capellmann (Würselen/79,900) konnte auch im dritten Wettbewerb von Aachen nicht überzeugen und belegte mit ihrem zehn Jahre alten Wallach Elvis im Wettkampf der besten 15 Reiter aus dem Grand Prix Special den vierten Platz. Die deutsche Meisterin Heike Kemmer (Winsen/78,850) kam auf Rang fünf.

© SID

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