Reiten Dressur
Werth zieht Konsequenzen aus Doping-Fall

Nach dem Doping-Fall ihres Nachwuchspferdes Whisper hat Isabell Werth reagiert und die Zusammenarbeit mit ihrem Schweizer Tierarzt Hans Stihl beendet.

Die fünfmalige Dressur-Olympiasiegerin Isabell Werth (Rheinberg) hat erste Konsequenzen aus dem positiven Doping-Fall bei ihrem Nachwuchspferd Whisper gezogen. Die 39 Jahre alte Doppel-Weltmeisterin vom Niederrhein hat dem Schweizer Tierarzt Hans Stihl die Zusammenarbeit aufgekündigt.

"Sie muss diesen Schritt unternehmen, weil das Vertrauensverhältnis zu Stihl gestört ist", sagte Werths Anwalt Ulf Walz und bestätigte damit Informationen der Rheinischen Post. Stihl habe sich nach der Behandlung des Pferdes Whisper mit Fluphenazin einen "kapitalen Fehler" bei der Angabe der Abbauzeit erlaubt. Der Veterinär soll von sechs Tagen gesprochen haben, tatsächlich kann der Stoffabbau im Körper des Pferdes bis zu 90 Tagen betragen.

Werth: "Ich werde ihn jetzt nicht an die Wand nageln"

"Die Information war verfügbar, wenn sie auch nicht leicht zu finden war", meinte Walz, der seiner Mandantin wohl zu der Trennung geraten hatte. Direkt nach Bekanntwerden des Doping-Falles am vergangenen Mittwoch hatte Werth noch behauptet, sie wolle weiter mit Stihl zusammenarbeiten. "Ich werde ihn jetzt nicht an die Wand nageln", hatte die in Ungnade gefallene Reiterin gesagt.

Nachdem Werth auf eine Öffnung der B-Probe und die Aufhebung der Suspendierung verzichtet hat, deutet sich ein rasches Ende in dem Fall an. Walz wurde am Montagnachmittag vom Weltverband FEI aufgefordert, seine Stellungnahme abzugeben und einen Termin für die Anhörung zu benennen. "Ich würde es gern vor meinem Urlaub am 3. Juli vom Tisch haben", sagte Walz, der nach eigener Einschätzung keine lange Erklärung schreiben muss. "Die Fakten- und Rechtslage ist klar", sagte der Anwalt.

Werth kann auf Strafmilderung hoffen

Im Falle eines Doping-Vergehens droht Werth, die auch nicht beim Chio ab Dienstag in Aachen startet, eine Strafe von bis zu zwei Jahren. Nach ihrem Entgegenkommen kann sie allerdings auf eine Strafmilderung hoffen. "Vielleicht werden es am Ende ein Jahr und zwei Monate", mutmaßte Walz.

Tierarzt Stihl war bereits im Jahr 2003 in einem Medikations-Fall verwickelt, als beim Pferd Rusty der damaligen Weltcup-Siegerin Ulla Salzgeber ein zu hoher Testosteron-Wert festgestellt wurde.

© SID

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