Reiten International
Deutsche Viergespannfahrer mit Medaillenchancen

Bei der Reit-WM in Aachen liegt Viergespannfahrer Michael Freund (Dreieich) nach der Dressur auf Platz drei. Die deutsche Mannschaft der Westernreiter zog derweil ihren Protest gegen einen Veterinär-Check zurück.

Am Donnerstag rückten die weniger bekannten Disziplinen bei der Reit-WM in Aachen in den Mittelpunkt. Die deutschen Viergespannfahrer haben nach der Dressur Medaillenchancen und vor der Entscheidung im Nationenpreis der Springreiter am späten Donnerstagabend sorgte ein deutscher Protest im Westernreiten für Aufsehen. Am Abend nahm die FN den Protest mangels Erfolgsaussichten wieder zurück.

Viergespannfahrer Michael Freund (Dreieich) liegt nach der Dressur aussichtsreich im Titelrennen. Der Altmeister aus Hessen erzielte 41,60 Punkte und rangiert im Klassement hinter Chester Weber (USA/38,78) und dem dreimaligen Einzel-Weltmeister Ijsbrand Chardon (Niederlande/41,22) auf dem dritten Platz.

Platz drei in der Mannschaftswertung

Ebenfalls in guter Form präsentierte sich Christoph Sandmann (Lähden/46,59) als Siebter. In der Mannschaftswertung rangiert Deutschland mit 88,19 Punkten hinter den führenden USA (82,04) und Belgien (88,07) vor dem Geländerennen am Freitag auf Platz drei.

Nach seiner Vorstellung brach Freund in Tränen aus. Die emotionalen Ereignisse der vergangenen Wochen mit dem Verlust des WM-Goldes von 2004 wegen einer positiven Medikationskontrolle bei einem seiner Pferde und das bevorstehenden Karriereende übermannten den 51-Jährigen. "Heute war ich mit meinen Pferden zufrieden. Ich denke, ich habe eine gute Ausgangsposition für die beiden weiteren Tage", sagte Freund.

"Regelwerk ist nicht klar ausgelegt"

Derweil legte die deutsche Mannschaft der Westernreiter zunächst Protest gegen eine Entscheidung der Ground Jury des Weltreiter-Verbandes FEI ein. Zuvor hatten zwei Vierbeiner den letzten Veterinär-Check nicht überstanden, die Deutschen durften keine weiteren Pferde von der Longlist nachnominieren. "Das Regelwerk ist in solchen Fällen nicht klar ausgelegt", sagte Thomas Hartwig, Sprecher der Deutschen Reiterlichen Vereinigung FN. Beide Pferde lahmten beim Trab.

Im Lager der Springreiter beherrschte der Verbandswechsel einiger Reiter die Szene vor der Entscheidung im Nationenpreis. Der viermalige Olympiasieger Ludger Beerbaum sah allerdings dadurch keine Gefahr für den Sport: "So einen Wechsel der Nationalität hat es in unserem Sport immer mal gegeben. Ein Franke Sloothaak hat sich auch als gebürtiger Niederländer den Deutschen angeschlossen. Eine Wechsel-Flut wird sich dadurch nicht ergeben."

Nationenwechsel sorgen für Unmut

Derweil hatte FN-Generalsekretär Hanfried Haring angekündigt, dass man angesichts der vermehrten Wechsel in der letzten Zeit über eine Verschärfung des Regelwerks nachdenken müsse. Auch der neue FEI-Generalsekretär Michael Stone sieht Handlungsbedarf: "Wir werden im Zuge der Reform-Welle das Regelwerk überprüfen. Ich finde es auch nicht gut, wenn so viele Reiter ihre Nationalität wechseln."

Auslöser der Diskussion war das gute Abschneiden der ukrainischen Springreiter, die mit zwei gebürtigen Belgiern und zwei ehemaligen deutschen Reitern nach dem ersten Tag des Nationenpreises mit dem zweiten Platz aufhorchen ließen.

Zum Team der ehemaligen Sowjet-Republik gehören Björn Nagel (Friedrichskoog), die frühere deutsche Meisterin Katharina Offel (Lohmar) sowie die gebürtigen Belgier Jean Claude Vangeenberghe und Gregory Wathelet.

© SID

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