Reiten International
Hoy sichert sich EM-Bronze

Die Vielseitigkeits-EM im italienischen Pratoni del Vivaro ist für die deutschen Reiter versöhnlich zuende gegangen. Bettina Hoy sicherte sich Einzel-Bronze, nachdem das Team die Segel hatte streichen müssen.

Erst riss Bettina Hoy jubelnd die Arme hoch, dann nahm sie unter Tränen die Glückwünsche entgegen: Die 44 Jahre alte Reiterin gewann bei der Vielseitigkeits-EM im italienischen Pratoni del Vivaro nach einem dramatischen Springen Bronze und erreichte das beste Einzelergebnis bei einer EM seit ihrem Sieg 1997. Die deutsche Mannschaft hatte zuvor nach den Ausfällen von Frank Ostholt (Warendorf) und Hinrich Romeike (Nübbel) ihre Medaillenhoffnungen frühzeitig begraben müssen.

"Ich bin sehr glücklich, denn diese EM war für mich sehr wichtig. Nach meinem Sieg vor zehn Jahren wollte ich hier unbedingt gut abschneiden", sagte Hoy voller Freude. Im abschließenden Springen leistete sich die im englischen Gatcombe lebende Hoy auf ihrem Top-Pferd Ringwood Cockatoo nur einen Abwurf. "Sie hat hier eine konstant starke Leistung gezeigt", lobte Bundestrainer Hans Melzer.

Die Goldmedaille sicherte sich der Franzose Nicolas Touzaint (29,4 Punkte) auf Galan de Sauvagere. Platz zwei ging an Mary King (Großbritannien/41,3 Punkte) auf Call Again Cavalier. Team-Gold holte sich Großbritannien mit 146,0 Punkten vor Frankreich (212,9) und Italien (244,3).

Als zweitbeste deutsche Reiterin belegte Ingrid Klimke (Münster/68,7) in der Einzelwertung mit Butts Abraxxas den zehnten Platz, Peter Thomsen (Lindewitt/75,7) landete mit The Ghost of Hamish auf dem 15. Rang. Beeke Kaack (Schmalensee/65,1), wie Hoy als Einzelreiterin unterwegs, ritt mit Sinjang auf den elften Rang. "In ihrem ersten Championat hat sich Beeke sehr gut geschlagen", lobte Melzer.

Zuvor war das deutsche Team von Pleiten, Pech und Pannen begleitet gewesen. Zunächst fiel Frank Ostholt (Warendorf) auf seinem Top-Pferd Air Jordan im Gelände nach zwei Verweigerungen aus. Als dann noch Hinrich Romeike (Nübbel) wegen einer Knieverletzung bei seinem Top-Pferd Marius zurückzog, war die deutsche Mannschaft geplatzt. "Für die Mannschaft war das ganz bitter, aber wir hatten keine andere Wahl", sagte Melzer.

Romeike hatte im Gelände einen fehlerfreien Ritt hingelegt und war bis auf Platz sieben vorgeritten. "Anschließend haben wir festgestellt, dass die Knieverletzung zu schmerzhaft ist. Schade, ich lag gut im Rennen", sagt Romeike, der Marius aus dem Wettkampf nahm. Helfende Medikamente dürfen den Pferden während des Wettkampfes nicht zugeführt werden. "Für viele waren wir hier der Favorit auf Gold. Da schmerzt das Ausscheiden besonders. Aber wir haben uns nichts vozuwerfen, weil wir keine Fehler gemacht haben", sagte Romeike.

Hoy dürfte mit ihrem guten Abschneiden nun endgültig die große Enttäuschung von den Olympischen Spielen in Athen 2004 verdaut haben. Damals hatte ihr Formfehler beim Einreiten dafür gesorgt, dass ihr sowohl im Einzel als auch mit der deutschen Mannschaft die schon sicher geglaubte Goldmedaille aberkannt wurde.

© SID

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