Reiten International
Weltreiter-Verband sperrt Ahlmann für vier Monate

Der Weltreiter-Verband FEI hat Springreiter Christian Ahlmann nach einem positiven Medikationsfall bei dessen Pferd Cöster bei Olympia in Hongkong für vier Monate gesperrt.

Springreiter Christian Ahlmann ist am Mittwoch nach wochenlangen Ermittlungen durch das Tribunal des Weltreiter-Verbandes FEI zu der erwarteten Turnier-Sperre von vier Monaten verurteilt worden. Die FEI reagierte damit auf einen positiven Medikationsfall bei Ahlmanns Pferd Cöster während der Olympischen Spiele in Hongkong und blieb im Rahmen ihrer bisher ausgesprochenen Strafen bei ähnlich gelagerten Fällen.

Ahlmann: "Urteil war zu erwarten"

"Die anderen Reiter haben alle Urteile zwischen drei und viereinhalb Monaten erhalten. Deshalb war diese Entscheidung zu erwarten. Ob ich dagegen angehe, kann ich jetzt noch nicht sagen", meinte Ahlmann in einer ersten Stellungnahme. "Wir haben das Urteil zur Kenntnis genommen und werden die Urteilsbegründung jetzt genau prüfen", sagte Hanfried Haring, Generalsekretär der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN).

Da Ahlmann bereits seit dem 21. August suspendiert ist, endet die genau 120 Tage laufende Sperre am 18. Dezember 2008. Der Reiter muss zudem eine Geldstrafe von rund 1 300 Euro zahlen und hat Gerichtskosten in Höhe von rund 1 000 Euro zu tragen. Gleichzeitig wurde sein Ergebnis bei Olympia gestrichen. Der 33-Jährige hat nun 30 Tage Zeit, die Entscheidung der FEI vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS in Lausanne anzufechten.

Ahlmanns Wallach Cöster war nach der ersten Runde im Nationenpreis bei Olympia positiv auf die im Wettkampf unerlaubte Substanz Capsaicin getestet worden. Anschließend wurde er sofort suspendiert. Die B-Probe bestätigte das Ergebnis. Dazu wurde bei den Pferden von vier weiteren Springreitern bei Olympia Capsaicin oder ein ähnliches Mittel gefunden.

Die FEI hielt Ahlmann bei ihrem Urteil zu Gute, dass er durch seine Kooperation zu einer rascheren Entscheidung beigetragen habe und sich zuvor nichts habe zu Schulden kommen lassen. Zudem wurde darauf hingeweisen, dass das gefundene Mittel auch als Medikation angewandt werden könne. Anderseits, so das Tribunal, trage der Reiter die volle Verantwortung für sein Pferd und auch für die zur Behandlung benutzten Medikationen.

Der Doppel-Europameister von 2003 hatte behauptet, dass er sein Pferd Cöster mit einem Capsaicin-haltigen Mittel (Equi-Block) zur Lockerung der Rückenmuskulatur eingerieben hatte. Nach mehrwöchigen Ermittlungen wertete der Verband den Fall als Medikation der Stufe A und nicht als Doping-Vergehen. Hätte Ahlmann das Mittel dafür genutzt, um die Beine seines Pferdes einzureiben, damit das Tier beim Berühren einer Hindernisstange stärkere Schmerzen verspürt hätte, wäre er als Doping-Sünder eingestuft worden.

In den Fällen der Brasilianer Rodrigo Pessoa (viereinhalb Monate Sperre) und Bernardo Alves (dreieinhalb Monate) sowie des Iren Denis Lynch (drei Monate) hat die FEI bereits Urteile gesprochen. Lediglich für den Norweger Tony Andre Hansen steht noch eine Entscheidung aus. Zudem wurde die englische Dressurreiterin Courtney King, bei deren Pferd Mythilus die Substaz Felbinac gefunden wurde, für einen Monat gesperrt.

In mehreren Anläufen hatten Ahlmanns Anwälte in den vergangenen Wochen versucht, gegen die vorläufige Sperre juristisch vorzugehen. Nachdem sie beim Weltreiter-Verband auf Ablehung stießen, wurde beim Dortmunder Landgericht ein Antrag auf den Erlass einer einstweiligen Verfügung gegen die vorläufige Turnierpause eingebracht. Die Zivilkammer in Dortmund wies den Antrag jedoch mit dem Hinweis auf die Schwere des Vergehens und die mögliche Leistungsbeinflussung des Pferdes zurück.

© SID

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