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Sperre für Springreiter Ahlmann bleibt bestehen

Das Landgericht Dortmund hat den Antrag auf einstweilige Verfügung gegen die von der FEI verhängte Sperre gegen die Springreiter Christian Ahlmann und Denis Lynch zurückgewiesen.

Frust und Enttäuschung bei Christian Ahlmann: Der 33 Jahre alte Springreiter aus Marl hat im juristischen Hickhack um seine vorläufige Sperre durch den Weltverband FEI wieder das Nachsehen gehabt. Nachdem das Landgericht Dortmund am Donnerstag seinen Antrag auf einstweilige Verfügung zurückgewiesen hat, muss der Doppel-Europameister von 2003 nun bis zur Entscheidung der FEI im Hauptverfahren warten, um Klarheit über seine endgültige Sperre zu erhalten.

"Das ist schon deprimierend und zäh. Wenn man konkret wüsste, woran man ist, wäre mir wohler. Ich hoffe, die Entscheidung kommt bald", sagte Ahlmann. Sein Anwalt Andreas Kleefisch meinte: "Eine Aussetzung der Sperre wäre sicher nur für eine begrenzte Dauer gewesen. Ich gehe davon aus, dass wir im Hauptverfahren in den nächsten fünf, sechs Tagen eine Entscheidung erhalten."

Auch Denis Lynch vor Gericht gescheitert

Im juristischen Dauerstreit gegen die vorläufige Suspendierung zog auch der bei Münster lebende irische Springreiter Denis Lynch am Donnerstag vor der 13. Zivilkammer in Dortmund den Kürzeren. "Die Sperren sind in beiden Fällen nicht zu beanstanden, weil der dringende Verdacht von unerlaubten Medikationsfällen besteht", sagte eine Sprecherin des Gerichts.

Damit bewertete die Kammer die Schwere der Vergehen von Seiten der Reiter stärker als persönliche Einbußen wie etwa den Verdienstausfall. In seiner Begründung hielt sich das Gericht dicht an der Linie der FEI. Durch den Nachweis der Einnahme des für den Wettkampf unerlaubten Mittels Capsaicin bei den Pferden von Ahlmann und Lynch sei die Möglichkeit einer Beeinflussung der "Leistungsfähigkeit der Tiere durch Linderung von Schmerzen" gegeben.

Tatort Peking

Der ehemalige Doppel-Europameister Ahlmann und Lynch gehören zu einer Gruppe von fünf Springreitern, die seit den Olympischen Reiterspielen durch die FEI gesperrt sind, weil ihre Pferde in Hongkong auf Capsaicin oder ähnliche Substanzen positiv getestet worden waren. Gegen Ahlmann und Lynch sowie gegen den Norweger Tony Andre Hansen sind vor dem FEI-Tribunal Verfahren anhängig. Lediglich in den Fällen der brasilianischen Reiter Rodrigo Pessoa (viereinhalb Monate Sperre) und Bernardo Alves (dreieinhalb Monate) wurden Urteile gesprochen.

Mit der Entscheidung gegen die Reiter machte das Landgericht das augenblickliche Urteil-Chaos im internationalen Springreiten perfekt. In Rio de Janeiro hatte ein Zivilgericht am Dienstag Rodrigo Pesso die Starterlaubnis für das mit einer Million Euro dotierte Finale der Global Champions Tour (GCT) am Wochenende in Sao Paulo erteilt, ehe die FEI am Mittwochabend Widerstand ankündigte.

Der deutsche Springreiter Daniel Deusser, dem nach einem positiven Medikationsfall bei seinem Pferd vom nationalen Verband FN die Jahresturnierlizenz entzogen worden war, hatte sich am Mittwoch ebenfalls vor einem Landgericht die Startgenehmigung für Sao Paulo erstritten. Im Fall Ahlmann und Lynch blieb das Gericht jedoch hart.

© SID

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