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Springreiter fordern gelockerte Medikationsliste

Im Streit um die neuen Doping-Regeln hat sich die Mehrzahl der Top-Springreiter für die gelockerte Medikationsliste ausgesprochen. Der Ijrc hofft auf eine Umsetzung bis April 2010.

Die Mehrzahl der internationalen Top-Springreiter hat sich im Streit um die neuen Doping-Regeln im Reitsport für die gelockerte und umstrittene Medikationsliste ("progressive list") ausgesprochen. Der Club Internationaler Springreiter (Ijrc) forderte jetzt das Umsetzen der Liste bis zum 5. April 2010, zeigte sich aber auch kompromissbereit. Damit widersprachen die Reiter generell der Haltung des deutschen Verbandes (FN), der sich vehement gegen die Einführung der Liste ausgesprochen hatte.

Beerbaum: "Folgen weitgehend der umstrittenen Liste"

"Wir Reiter folgen weitgehend der umstrittenen Liste", sagte Ijrc-Vizepräsident Ludger Beerbaum (Riesenbeck) dem Sport-Informations-Dienst (SID). Allerdings, so der viermalige Olympiasieger, müsse bei Wirkstoffen, deren Einsatz in gewissen Mengen gegen das Tierschutzgesetz verstoße, über Alternativen nachgedacht werden. So solle zum Beispiel das in Deutschland auf Widerstand stoßende Schmerz- und Entzündungsmittel Phenylbutazon durch ein anderes Präparat ersetzt werden. Generell solle über Obergrenzen bestimmter Schmerz- und Entzündungshemmer (Nsaid) diskutiert werden, sagte Beerbaum.

Wichtig sei, dass man nun rasch zu einer Lösung komme, betonte Beerbaum. Der Verein, in dem die besten Reiter der Welt organisiert sind, drängt auf eine Aussprache mit den Verbänden bereits im Januar. Die augenblicklichen Verhältnisse stellten die Springreiter vor große Probleme. "Es ist ein unakzeptabler Zustand", hieß es in dem Schreiben des Ijrc, das dem Weltverband FEI vorgelegt wurde. "In den Niederlanden sind Medikationen erlaubt, die wiederum in Deutschland verboten sind. So geht es nicht weiter", meinte Beerbaum, der, wie die FN Mittwoch mitteilte, nach Siegen zuletzt bei den German Masters in Stuttgart sowie bei der Riders-Tour in den deutschen A-Kader zurückkehrte.

FN wehrt sich gegen Einführung der Liste

Nach dem Protest nationaler Reit-Verbände hatte Weltverbands-Präsidentin Prinzessin Haya eingelenkt und den Vorschlag gemacht, die "progressive list" erst nach der nächsten Generalversammlung im November 2010 in Kraft treten zu lassen. Die FN hatte sich vehement gegen die Einführung der Liste gewehrt, weil sie in Deustchland gegen das Tierschutzrecht verstoße. Auch die deutschen Tierärzte, die in der Gesellschaft für Pferdemedizin (GPM) organisiert sind, lehnten die Liste ab, weil sie im Kampf für mehr Wohlergehen und Gesundheit der Pferde einen Rückschlag darstelle.

© SID

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