Reiten Olympia
Neue Doping-Vorwürfe gegen deutsche Reiter

Nach neuen Anschuldigungen soll Björn Nolting, Team-Tierarzt des deutschen Reiters Marco Kutscher, dessen Pferd Cornet Obolensky unangemeldet mit Substanzen behandelt zu haben.

Die Doping-Anschuldigungen gegen den Deutschen Reit-Verband (FN) reißen nicht ab. Das Reitsport-Fachmagazin St. Georg veröffentlicht neue Details aus dem Stevens-Report des Weltverbandes FEI zur unangemeldeten Behandlung des deutschen Springpferdes Cornet Obolensky von Reiter Marco Kutscher. Dabei werden Vorwürfe gegen eine Pflegerin der beiden Reiter Kutscher und Ludger Beerbaum sowie gegen den damaligen Team-Tierarzt Björn Nolting laut.

Streitpunkt des Kommissionsberichts ist die unangemeldete Behandlung von Kutschers Pferd Cornet Obolensky nach dem ersten Umlauf im Nationenpreis mit den Substanzen Lactanase und Arnica. Die Pflegerin von Kutscher und Beerbaum soll die Spritze mit den Substanzen in einer Handtasche in den Stall gebracht haben. "Weil die anderen sie nicht sehen sollten", wie sie zu Protokoll gab.

Mannschaftstierarzt Nolting wird vorgeworfen, die Aufsicht über die Vorgänge bei den Olympischen Reiterspielen 2008 Hongkong bewusst vernachlässigt zu haben. Bevor er versucht habe, die Behandlung des Pferdes bei der FEI anzumelden, war die Spritze schon gesetzt. Die Pflegerin und Kutscher waren wiederum davon ausgegangen, Nolting habe von der Behandlung gewusst und diese auch angemeldet.

Beerbaum äußerte den Verdacht, Nolting habe den Stall verlassen, um bei den Injektionen nicht dabei sein zu müssen. "Es gibt die Erklärung, dass er wahrscheinlich nicht wollte, dass ein Tierarzt weiß, dass wir unsere Pferde behandeln", wird Beerbaum zitiert.

Von mehreren Seiten wurde der Kommission bestätigt, dass es vorkommt, dass Reiter und Pfleger selbst ihre Pferde spritzen, obwohl dies Sache des Veterinärs sei. Reinhard Wendt, in Hongkong Chef de Mission des deutschen Teams, bestätigte das Vorgehen, bezeichnete es aber auch als "inakzeptabel".

Die Kommission machte Nolting Vorwürfe, dass er sich nicht gegen das Vorgehen der Pflegerin gewehrt hat und den anderen Delegations-Mitgliedern von der Injektion nichts gesagt hatte. Der Arzt wiederum gab zu Protokoll: "Ich weiß, dass meine Position als Mannschaftstierarzt nicht stark genug ist, um diese Dinge gegen die Verbandsfunktionäre durchzusetzen. Und der Einfluss oder die Situation von Ludger Beerbaum gegenüber dem Verband verglichen mit meiner ist stärker", sagte Nolting.

Der deutsche Verband bestätigte, dass er am 17. August den Bericht von der FEI erhalten habe, Details aber aus Gründen der Vertraulichkeit laut FEI nicht veröffentlichen durfte.

© SID

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