Reiten Springreiten
Deutsche Springreiter verlieren Gold aus dem Blick

Für die deutschen Springreiter rückt die Goldmedaille bei der WM in Aachen in immer größere Ferne. Mit 15,16 Strafpunkten liegen die Favoriten nach dem ersten Teil des Nationenpreises nur auf Platz vier.

Die deutschen Springreiter konnten bei der WM in Aachen im ersten Teil des Nationenpreises ihrer Favoritenrolle nicht gerecht werden. Die Mannschaft von Bundestrainer Kurt Gravemeier belegt vor dem abschließenden zweiten Durchgang am Donnerstagabend mit 15,16 Strafpunkten nur den vierten Platz und dürfte damit ihre Chancen auf die Goldmedaille verspielt haben. Der Rückstand auf die weiter führenden Niederländer, die 7,01 Zähler aufweisen, beträgt bereits mehr als zwei Abwürfe. Hinter Holland folgen überraschend die Ukraine (11,16) sowie die USA (14,85).

Vor 45 000 Zuschauern im erneut ausverkauften Reiterstadion blieb wie schon im Zeitspringen am Dienstag lediglich Routinier Ludger Beerbaum (Riesenbeck) mit dem zehn Jahre alten Wallach L´Espoir ohne Fehler und belegt in der Einzelwertung mit 2,70 Punkten als bester des deutschen Quartetts den achten Platz. Der Weltranglisten-Erste Marcus Ehning (Borken) konnte mit seiner neun Jahre alten Stute Küchengirl die Erwartungen erneut nicht erfüllen, hatte einen Fehler am vorletzten Hindernis und liegt im Gesamtklassement mit 7,54 Punkten abgeschlagen auf dem 28. Rang.

Beerbaum: "Erst am Donnerstagabend wird abgerechnet"

"Ich bin mit meiner Leistung zufrieden. Das war ein schöner Auftakt", sagte Beerbaum nach seinem zweiten Nullfehlerritt am Morgen. Der viermalige Olympiasieger zeigte mit seinem zehn Jahre alten Wallach erneut eine konzentrierte Leistung und wollte von einer frühzeitigen Resignation nichts wissen. "Wir haben starke Reiter in unserer Mannschaft und kämpfen bis zum Schluss. Erst am Donnerstagabend wird abgerechnet."

Seine Schwägerin Meredith Michaels-Beerbaum (Thedinhausen/15.) war wegen eines Zeitfehlers nicht ganz zufrieden: "Ich wollte unbedingt einen Nullfehlerritt schaffen, um unserer Mannschaft zu helfen. Das hat nicht ganz gereicht. Der Druck war doch enorm groß", sagte die gebürtige Kalifornierin. Für das Finale des Nationenpreises am Donnerstag ist die 36-Jährige optimistisch: "Es ist heute schon besser gelaufen. Jetzt muss ich mich noch etwas steigern."

Ahlmann übt Selbstkritik

Mannschafts-Kollege Christian Ahlmann (Marl/47.) verstand hingegen die Welt nicht mehr. Nach vier Fehlerpunkten am Dienstag patzte er am Mittwoch zweimal: "Ich bin sehr enttäuscht. Heute fehlte einfach die letzte Konzentration. Das waren zwei völlig überflüssige Fehler", sagte der Doppel-Europameister von 2003, dessen Chancen auf die Teilnahme am Einzel-Halbfinale der besten 25 Finals am Samstag nur noch gering sind. "Mit dem Ergebnis habe ich den Druck auf meine Mannschaftskollegen erhöht. Ich hoffe, dass ich selbst der Mannschaft am Donnerstag doch nochmal helfen kann."

Eine starke Leistung zeigte die Equipe aus der Niederlande. Angeführt von Sydney-Olympiasieger Jeroen Dubbeldam auf Up and Down kassierte das Quartett aus dem Nachbarland nur einen Strafpunkt und ist erster Anwärter auf Gold. Für eine Überraschung sorgte die Mannschaft aus der Ukraine, in der mit Björn Nagel auf Pilgrim und Katharina Offel auf Atlanta zwei gebürtige Deutsche reiten, die die Nationalität des osteuropäischen Landes angenommen haben.

Mronz weist Kritik an Krisenmanagement zurück

Bei den Vierergespannfahrern hat indes Christoph Sandmann (Lähden) in der Dressur zur Halbzeit den zweiten Platz eingenommen. Der deutsche Mannschafts-Fahrer brachte es auf 46,59 Strafpunkte und liegt hinter dem führenden Gert Schrijvers (46,21) in Lauerstellung. Die beiden Einzelfahrer Ludwig Weinmayr (Fischbach/56,32) und Josef-Nikolaus Zeitler (Starnberg/65,11) rangieren in der Zwischenwertung auf den Plätzen sechs und 15. Rainer Duen (Friesoythe) und Michael Freund (Dreieich) starten im zweiten Teil der Dressur am Donnerstag.

Weiterhin Probleme bereitet den Verantwortlichen der Reit-WM der starke Regen. 20 LKW-Ladungen Sand wurden auf die Trainingsplätze aufgetragen, mit sechs Ladungen voller Späne wurde der Untergrund im Fahrerlager ausgebessert. "Wir haben gezeigt, dass wir bei Problemen schnell reagieren können", sagte Michael Mronz, Chef des Organisationskommitees, und wies aufkommende Kritik am Krisenmanagement vehement zurück.

© SID

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