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Nelson Pessoa - ein Pferdeversteher wird 75

Bis zum Jahr 2000 war der Brasilianer Nelson Pessoa eine der schillerndsten Figuren der Springreiter- Szene. Sein Sohn Rodrigo ist amtierender Olympiasieger. Heute feiert Nelson Pessoa seinen 75. Geburtstag.

Er hat so ziemlich alles gewonnen, was es zu gewinnen gab. Er galt als einer der großen Stilisten seiner Zunft und setzte sich als Brasilianer in Europa durch. Die Rede ist von Springreiter Nelson Pessoa, der heute seinen 75. Geburtstag feiert. Im Jahr 2000 beendete der Ausnahme-Könner seine aktive Laufbahn. In der Zwischenzeit hat sich Pessoa einen Namen als Trainer und Züchter gemacht. Besonders als Förderer seines Sohnes Rodrigo (33), dem Olympiasieger 2004 und Weltmeister von 1998, bewies der Senior eine glückliche Hand. "Er hat es wirklich verstanden, das Beste aus seinen Möglichkeiten zu machen", sagt Pessoa, dessen "ganzer Stolz" der Filius ist.

Ein Rentnerdasein kommt für den Brasilianer nicht in Frage. "Es macht mir immer noch Freude, mit den Pferden zusammenzusein. Es ist nie langweilig, weil jedes Pferd anders ist", sagt der Jubilar, der auf eine Reihe großer Erfolge zurückblicken kann. 1965 wurde er bei der EM in Aachen Zweiter, ein Jahr später gewann er bei den Europameisterschaften in Luzern Gold. Zum letzten Mal war es damals einem Nicht-Europäer möglich, an der EM teilzunehmen. 1991 wurde er mit Special Envoy zum zweiten Mal nach 1984 Weltcup-Zweiter. Beim prestigeträchtigen Deutschen Derby in Hamburg konnte er sieben Mal triumphieren.

Sein Vater brachte ihn zum Pferdesport

Es war Nelson Pessoas Vater, ein Immobilienhändler aus der Nähe von Rio de Janeiro, der seinen achtjährigen Sohn zum Reitsport brachte. Bereits mit 18 gehörte der junge Nelson zur brasilianischen Auswahl. Dennoch arbeitete er nach seinem Schulabschluss erstmal in der Firma des Vaters, bevor er sich mit 24 Jahren entschloss, nur noch für den Pferdesport zu leben und 1959 nach Europa überzusiedeln, wo die großen Wettkämpfe stattfanden.

Bereits 1956 hatte Pessoa als 21-Jähriger in Aachen an seiner ersten WM teilgenommen und wurde Siebter. Eine offizielle Mannschafts-Meisterschaft gab es noch nicht, aber Brasilien gewann den Nationenpreis. Seit diesem ersten großen Erfolg gehörte der Stilist im Sattel in den späten 50er und 60er Jahren bei allen internationalen Meisterschaften zu den besten Zehn. "Das Preisgeld bei den Turnieren war nicht hoch genug, um einen Turnierstall mit Spitzenpferden zu unterhalten. Ich musste unterrichten und Pferde verkaufen, die ich zuvor ausgebildet hatte. Wir mussten immer nach jungen Pferden Ausschau halten und hoffen, dass sie zu dem wurden, was wir uns von ihnen versprachen", so Pessoa, der stets auch Sponsoren hatte.

Respekt für die Pferde als Schlüssel zum Erfolg

Bis heute hat Pessoa eine große Zahl international erfolgreicher Schüler, zu denen neben Sohn Rodrigo dessen Ehefrau Kerry Potter-Pessoa und sein Landsmann Bernardo Alves zählen. Bei den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta und 2000 in Sydney führte er die brasilianische Springreiter-Equipe jeweils zu Bronze. Mittlerweile hat sich Nelson Pessoa auch ein weltweit hervorragendes Ansehen als Züchter erworben. Einige der international erfolgreichsten Springpferde sind auf seinem Gestüt bei Brüssel aufgewachsen, so der unter der frisch gekürten Riders-Tour-Siegerin Meredith Michaels-Beerbaum (Thedinghausen) berühmt gewordene Hengst Quick Star.

Wenn Pessoa von seinen selbstgezogenen Pferden spricht, spürt man seinen Stolz und seine Freude. Genau das lässt ihn auch nach 50 Jahren Pferdesport noch nicht ans Aufhören denken: "Ein richtiger Pferdemann zu sein, bedeutet für mich, das Pferd zu verstehen, es zu lieben und zu respektieren, die Fähigkeit zu besitzen, die Qualitäten eines Pferdes herauszufinden und sie zu entwickeln."

© SID

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