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Deutsche Reiter feiern "goldenen Sonntag"

Deutschlands Reiter haben sich bei der WM in Aachen über einen "goldenen Sonntag" freuen dürfen. Neben dem Doppel-Triumph bei den Voltigierern sicherte sich auch das deutsche Vielseitigkeitsteam die Goldmedaille.

Mit einem wahren Medaillenrausch haben Deutschlands Reiter am Sonntag bereits bei Halbzeit der Weltmeisterschaft in Aachen ihre Bilanz der WM 2002 in Jerez übertroffen. Gold für das Vielseitigkeitsteam, Doppel-Triumph bei den Voltigierern durch die Mannschaft und Kai Vorberg sowie Silber für Voltigierer Gero Meyer aus Osnabrück - mehr als 40 000 Zuschauer bejubelten in der Soers Erfolge im Stundentakt. Mit fünfmal Gold hat das deutsche Team schon eins mehr auf dem Konto als vor vier Jahren in Südspanien. "Das ist fantastisch und war so nicht zu erwarten", sagte Reinhard Wendt, der Geschäftsführer des Deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei (Dokr).

Zur Erfolgsbilanz hatte am Samstag auch Isabell Werth mit Bronze in der Kür beigetragen. Nach Gold im Team und im Grand Prix Special krönte sich die 37-Jährige damit zur "Dressur-Queen". Werth musste sich vor 45 000 begeisterten Zuschauern im Reiterstadion unter Flutlicht mit 80,750 Punkten nur der im dritten Monat schwangeren Olympiasiegerin Anky van Grunsven aus den Niederlanden mit Salinero (86,100) und dem Dänen Andreas Helgstrand mit Matine (81,100) beugen.

Ihre Freude konnte dies nicht schmälern. "Unglaublich. Damit habe ich in den kühnsten Träumen nicht gerechnet. Ich muss mich zusammenreißen", sagte Werth, "Wenn mich in zehn Jahren mal einer fragt: Was war damals in Aachen los?, dann sage ich, das war Gigantismus pur." Mit ihren "goldenen" Auftritten schraubte die weltbeste Dressur-Reiterin ihre Bilanz bei Championaten auf vier olympische Goldmedaillen, sechs WM-Siege und zwölf EM-Titel. "Sie hat heute bewiesen, was für eine Ausnahmereiterin sie ist", lobte Springreit-Altmeister Hans Günter Winkler.

"Buschreiter" holen erstes Gold ihrer WM-Geschichte

Am Sonntag ließen sich dann die deutschen "Buschreiter" für ihr erstes Gold in der WM-Geschichte feiern. Die Gastgeber verwiesen mit 156,00 Strafpunkten Großbritannien (180,00) und Australien (197,30) souverän auf die weiteren Plätze und tilgten damit die Schmach von Olympia 2004. In Athen vor zwei Jahren musste man wegen eines Formfehlers die Goldmedaille wieder abgeben.

Vor 30 000 Zuschauern machte es Schlussreiterin Bettina Hoy (Gatcombe/England) mit ihrem Schimmel Ringwood Cockatoo spannend. Sie erlaubte sich zwei Abwürfe sowie einen Zeitfehler und verschenkte mit 52,70 Strafpunkten eine deutsche Einzelmedaille. Am Ende wurde sie Sechste. Frank Ostholt (Warendorf/50,90) belegte mit Air Jordan Rang vier vor Hinrich Romeike (Nübbel/52,40) mit Marius. "Das ist ein super Erfolg für unser Team", sagte Romeike. Die EM-Dritte Ingrid Klimke (Münster/96,70) lieferte mit Sleep Late als 34. das Streichergebnis, freute sich aber trotzdem: "Wir haben über drei Tage gekämpft und immer gesagt, das wir es schaffen."

Queen-Enkelin sichert sich WM-Titel

Den Einzel-Titel sicherte sich die 24 Jahre alte Queen-Enkelin Zara Philipps (Großbritannien/46,70) mit dem 13 Jahre alten Wallach Toy Town. Zweite wurde Clayton Fredericks (Australien/48,80) mit Ben Along Time vor Amy Tyron (USA/50,70) mit Poggio. Durch den Erfolg feierte die deutsche Mannschaft den größten Triumph seit dem Mannschafts-Gold bei Olympia 1988 in Seoul.

Bis auf einen Sturz der Australierin Sonja Johnson, die mit ihrem Pferd Ringwould Jaguar am Samstag bei einem der Hindernisse ins Straucheln kam, verlief die Vielseitigkeit ohne Vorfälle. Die Reiterin konnte mit kleineren Prellungen das Krankenhaus nach einem kurzen Aufenthalt wieder verlassen. "Ich bin total erleichtert. Vor dem Geländeritt hatte ich die meisten Sorgen, dass etwas passieren könnte", sagte Klaus Pavel, Vorsitzender des veranstaltenden Aachener-Laurensberger Rennvereins (Alrv).

© SID

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