Reiten Turnier
Vielseitigkeitsreiter mit gutem WM-Auftakt

Nach dem ersten Tag der Vielseitigkeits-Wettbewerbe bei der Reit-WM in Aachen liegt das deutsche Team auf dem zweiten Rang hinter Australien. Der Tod eines Pferdes sorgte für einen Stimmungsdämpfer bei den Reitern.

Deutschlands Vielseitigkeitsreiter haben bei der WM in Aachen auf dem Weg zum Mannschaftsgold am ersten Tag die Pflicht erfüllt. Zur Halbzeit des Dressur-Wettbewerbs belegte Frank Ostholt (Warendorf) auf Air Jordan mit 46,90 Fehlerpunkten Rang vier. Hinrich Romeike (Nübbel/52,40 Punkte) auf Marius kam auf den 14. Rang. Das deutsche Team nimmt damit hinter Australien nach dem ersten Tag Platz zwei ein.

Derweil trübte der erste Todesfall eines Pferdes in Aachen ein wenig die Stimmung. Der elfjährige Fuchswallach Dubai erlag nach einem tagelangen Klinikaufenthalt seinen Schmerzen. Das Pferd war mit der Dänin Ingelsie Kristoffersen am Montag beim Distanzreiten gestartet, musste aber wenige Kilometer nach dem Start mit Muskelkrämpfen ausscheiden. Die Ärzte diagnostizierten einen Kreuzverschlag (Myopathie), eine Art Muskelübersäuerung.

Dibowski sorgt für Überraschung

Trotz intensiver Behandlungen und Therapien während der vergangenen Tage verschlechterte sich der Gesundheitszustand; die Nierenfunktion ließ nach. Nach Rücksprache mit den behandelnden Ärzten entschlossen sich die Besitzer, das Pferd einschläfern zu lassen. "Dieses Problem konnte nicht vorhergesehen werden und stand in keiner Weise in Zusammenhang mit den Anstrengungen des Wettbewerbes", hieß es in einer Presseerklärung der WM-Organisation.

Im Lager der deutschen Vielseitigkeitsreiter sorgte Andreas Dibowski (Egestorf/40,90) mit Litte Lemon für eine Überraschung. Mit 40,90 Punkten übernahm der aussortierte Einzelreiter die Führung. Das wird für Gesprächsstoff sorgen, schließlich war Dibowski zuvor als nicht gut genug für die Mannschaft befunden worden. Auch der zweite Einzelreiter Dirk Schrade (Warendorf/50,20) überzeugte und belegte mit Sindy Rang Rang neun.

Melzer zieht positives Zwischenfazit

"Wir sind zufrieden. Wir liegen mit den Team-Ergebnissen im Soll. Es gibt keine Nation, die uns davongeritten wäre", sagte Bundestrainer Hans Melzer. Mit Blick auf den zweiten Tag der Dressur am Freitag (9.00 Uhr bis 17.30 Uhr) ergänzte der Coach: "Bettina Hoy und Ingrid Klimke werden noch bessere Resultate erzielen und unsere Position stärken."

Die Pferde der deutschen "Buschreiter" reagierten im stimmungsvollen Reiterstadion von Aachen mit über 30 000 Zuschauern nervös auf die ungewohnte Atmosphäre. "Man hat gemerkt, dass mein Pferd diese Massen nicht kennt. Es zuckte schon beim Einritt", sagte Romeike. Ostholt führte seine Probleme ebenfalls auf die ungewohnte Kulisse zurück: "Durch den großen Lärm hat sich Jojo doch mehrmals ablenken lassen."

Melzer: "So stellt man sich eine WM vor"

Trotz des leichten Dämpfers überwog die Zuversicht: "Das Schöne an unserem Sport ist ja, dass nach der Dressur nicht alles vorbei ist", meinte Romeike. Am Samstag geht es zum Geländeritt in die Soers, auf den sich das Team besonders freut: "Das ist einer der besten Kurse, die ich gesehen habe. Sehr technisch, aber auch rasant. So stellt man sich eine WM vor", sagte Melzer.

Am Sonntag müssen die "Buschreiter" dann wieder ins stimmungsvolle Reiterstadion zum abschließenden Springen. "Das ist eine tolle Sache, vor so einem Publikum zu starten, auch wenn unsere Pferde ein paar Probleme haben", sagte Romeike. Die Vielseitigkeit gehört nicht zum Programm des Aachener Turnier Chio.

Die deutschen Voltigier-Damen konnten die hohen Erwartungen nicht erfüllen. Zum Auftakt der nicht-olympischen Disziplin belegte Weltmeisterin Nicola Stroeh (Hamburg) in der Pflicht mit einem Punktwert von 7,763 nur den fünften Rang. Europameisterin Anja Barwig (München/7,470) kam nur auf Rang acht. Beste Deutsche war Ines Jückstock (Hamburg/7,967) auf Rang zwei hinter der US-Amerikanerin Lasse Kristensen (8,015).

© SID

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