Reiterfest der Superlative

Wunderhengst, Millionenpreise und Promitreff

Der Chio in Aachen ist das Weltfest des Reitsports. Sponsoren und Prominente drängeln sich in den Vordergrund. Die Macher haben den Klassiker wirtschaftlich zu einer Sportveranstaltung der Superlative entwickelt.
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Prominenter Besuch in Aachen auf dem Reiterfest Chio: Jürgen Fitschen, Co-Vorsitzender der Deutschen Bank, und Ex-Schwimmerin Franziska van Almsick. Quelle: dpa

Prominenter Besuch in Aachen auf dem Reiterfest Chio: Jürgen Fitschen, Co-Vorsitzender der Deutschen Bank, und Ex-Schwimmerin Franziska van Almsick.

(Foto: dpa)

DüsseldorfMit Hunderttausenden von Zuschauern und einem Preisgeld in Millionenhöhe ist der Chio Aachen das gut vermarktete Hochglanzprodukt des Pferdesports. Während viele Veranstalter von Reitturnieren Probleme haben, mediale Aufmerksamkeit und Sponsoren zu gewinnen, wächst in der Aachener Soers der Chio Jahr für Jahr.

Ein Grund dafür dürfte die „hohe Promi-Dichte“ sein. „Die Gala lockt Medien an, die Totilas eher für ein mexikanisches Fladenbrot halten“, merkt die „Aachener Zeitung“ an. Dabei ist doch zum Beispiel Totilas, das teuerste Dressurpferd der Welt, allein schon Grund genug, um dabei zu sein.

Reiten ist jedoch selbst in der Pferdesportnation Deutschland nur eine Randsportart, die allenfalls im Fernsehen stattfindet. Die große Ausnahme ist der Chio. „Man muss eine Sportveranstaltung so attraktiv machen, dass die Leute nicht alleine wegen des Sports kommen“, sagt Michael Mronz, der Chef-Vermarkter des Chio.

„Wir möchten eine tolle Atmosphäre für unsere Besucher schaffen.“ Ihm und dem Turnierdirektor Frank Kempermann ist es seit Mitte der 1990er Jahre gelungen, aus einer traditionsreichen, aber etwas verschlafenen Veranstaltung ein geschliffenes Hochglanzprodukt internationalen Ranges zu machen.

Der Chio führt Wirtschaft, Politik und Sport zusammen. Das Turnier ist sowohl ein großer Branchentreff als auch ein Laufsteg für Prominente. So schaute unter anderem Nico Rosberg, Führender der aktuellen Formel 1-Saison, oder Ex-Schwimmerin Franziska Van Almsick auf dem Gelände vorbei.

Van Almsick zeigte sich begeistert und schwärmte angesichts der riesigen Reitarena mit 40.000 Plätzen: „Für Schwimmer ist es nicht normal, in ein so großes Stadion zu kommen.“ Ihre einzige Sorge in Aachen: „Man muss aufpassen, dass einem kein Pferd auf den Fuß latscht.“

Zum zweiten Mal Deutschlands höchstdotierte Sportveranstaltung
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