Reitsport
Viertes totes Vielseitigkeitspferd seit Mai

Die gefährlichste Pferdesport-Disziplin ist die Vielseitigkeit: Allein bei Turnieren in Deutschland sind in den vergangenen vier Monate vier Pferde gestorben. Erst kürzlich ist das Pferd Herr Poitzmann verunglückt.
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LangenhagenZum vierten Mal ist seit Mai ein Vielseitigkeits-Turnier in Deutschland vom Tod eines Pferdes überschattet worden. Der elfjährige Herr Poitzmann wurde nach einem Sturz in Langenhagen-Twenge am Sonntagabend eingeschläfert. Das bestätigte der Turnierorganisator Marc Münkel am Montagmorgen.

Das Pferd war beim Geländeritt mit dem Reiter Bernd Backhaus an Sprung 23 gestürzt und anschließend in die Tierärztliche Hochschule Hannover gebracht worden. Dort wurde eine Querschnittslähmung diagnostiziert und das Tier getötet.

Dem 42 Jahre alten Reiter aus Niederweimar geht es nach Angaben der Veranstalter gut. Backhaus ist ein erfahrener Reiter, der mit dem Elfjährigen mehr als 20 internationale Prüfungen bestritt. Zuletzt war das Paar allerdings zweimal ausgeschieden.

Die Prüfung war trotz des Sturzes fortgesetzt und von Mannschafts-Olympiasiegerin Sandra Auffarth aus Ganderkesee mit The Blue Fronter gewonnen worden. Der Veranstalter gab an, dass der Vorfall auf Wunsch des Reiters und seines Teams „bis nach der Siegerehrung so diskret wie möglich behandelt“ worden sei.

Durch den Fall von Herr Poitzmann erhöht sich die Zahl der toten Pferde in den zurückliegenden vier Monaten allein bei Prüfungen in Deutschland auf vier. Im Mai starb Dirk Schrades Olympia-Pferd King Artus beim Turnier in Wiesbaden, vier Wochen später P'tite Bombe des Franzosen Emeric George in Luhmühlen und im Juli Likoto von Merle Wewer in Rastede.

King Artus erlag ebenso einem Aortenabriss wie Likoto. P'tite Bombe verletzte sich hingegen bei einem missglückten Sprung so schwer, dass die Stute - so wie nun Herr Poitzmann - eingeschläfert werden musste.

„Unser ganzes Mitgefühl gilt dem Reiter und seiner Familie, die ein geliebtes Pferd verloren haben“, sagte Münkel: „Das geht uns allen unter die Haut.“ Der Turnierorganisator kündigte an, man werde den Unfall „genau untersuchen, zum einen, um der Kritik gegenüber der Strecke zu begegnen, die von einigen Reitsportmedien jetzt laut wird, und zum anderen im Interesse des Vielseitigkeitssports und im Interesse unserer Pferde.“

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Si tacuisses philosophus mansisses! (:

  • Historisch betrachtet ist das keine Pferdesport sondern Pferdemord.

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