Rekord in Dortmund
Aldag fährt zum letzten Triumph

Radprofi Rolf Aldag demonstrierte zum Abschluss seiner Karriere beim Dortmunder Sechstagerennen noch einmal sein ganzes Können.

HB DORTMUND. Rolf Aldag genehmigte sich einen großen Schluck Champagner, bevor er unter „standing ovations“ auf seine letzte Ehrenrunde ging. Kurz nach Mitternacht verabschiedete sich der 37-jährige beim 64. Dortmunder Sechstagerennen von seinen Fans mit einer Triumphfahrt. An der Seite von Freund Erik Zabel holte sich der langjährige T-Mobile-Profi seinen achten Sieg bei der Traditionsveranstaltung und zog mit dem belgischen Rekordsieger Patrick Sercu gleich.

„Das ist einfach riesig, dass ich mit Ete hier noch einmal fahren und gewinnen konnte. Die Westfalenhalle ist mein Wohnzimmer. In Alpe d'Huez fährst du einmal an den Fans vorbei. Wirst du da abgehängt, rufen sie dir vielleicht noch ’Scheiß Millionäre’ hinterher, aber das war's dann auch. Hier in Dortmund fährt man von 19 Uhr bis Mitternacht an sechs Tagen immer an den Leuten vorbei. Wenn du hier versagst, ist das eine Riesenstrafe“, sagte Aldag.

Versagt hatte Aldag aber wahrlich nicht. Bei der „großen Jagd“ zum Abschluss demonstrierte er noch einmal das, was ihn in 15 Profi-Jahren so ausgezeichnet hatte. Aldag und Zabel machten den Rundenrückstand auf die Schweizer Spezialisten Bruno Risi und Kurt Betschart wett. Dritte wurden eine Runde zurück Doppel-Olympiasieger Robert Bartko (Potsdam) und Andreas Beikirch (Titz).

„Er hat mir bei so vielen Rennen auf der Straße zur Seite gestanden und zu vielen Erfolgen verholfen. Das war für mich schon Motivation genug, mit ihm hier noch einmal zu gewinnen“, sagte Zabel, der sich zum vierten Mal in die Siegerliste eintrug. Zum Ende kam sogar ein bisschen Wehmut beim Sprintstar auf: „Der deutsche Radsport wird Rolf als ehrliche Haut mit westfälischem Humor in Erinnerung behalten.“ Nach 15 Jahren beendet Aldag zum Jahresende seine Profikarriere, obwohl er mehrere gut dotierte Angebote vorliegen hatte. Als loyaler Helfer (Aldag: „Das ist doch eine ehrenvolle Aufgabe“) und „Stratege“ (Walter Godefroot) hatte er sich über Jahre einen Namen gemacht.

Aber auch auf eigene Faust hatte der gebürtige Beckumer durchaus Erfolge zu verbuchen. Er wurde 2000 deutscher Straßenradmeister, holte wichtige Etappensiege wie bei der Tour de Suisse, Deutschland-Tour oder Bayern-Rundfahrt. Für einen Tag fuhr er 2003 sogar bei der Tour im Bergtrikot. „Das war mir fast peinlich. Am liebsten hätte ich die Regenjacke übergezogen“, erinnert sich Aldag. Mit Zabel hatte Aldag im Kinohit „Höllentour“ die Hauptrolle gespielt. Zehn Jahre teilten sich die beiden ein Zimmer – Zabel muss sich nun einen neuen Nachtgenossen suchen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%