Renn-Manager erwägt Rückzug aus Firmenimperium
Ecclestone zieht es in Formel-1-Verband

Der Formel-1-Manager Bernie Ecclestone denkt laut über den Rückzug aus dem von ihm aufgebauten Firmenimperium nach. Er erwäge ernsthaft, die Position eines Formel-1-Kontrolleurs im Weltrennsportverband FIA zu übernehmen, sagte Ecclestone der Londoner Tageszeitung "The Guardian". Dann müsse er sich allerdings aus den kommerziellen Bereichen des Sports zurückziehen. Ecclestone ließ den Testballon bei einem Dinner in Monte Carlo steigen und löste damit einige Verwirrung im Rennzirkus aus.

dih LONDON. In der Formel 1 ringen derzeit alle Beteiligten um die Kontrolle über die Rennserie ab 2007, wenn das aktuelle Abkommen zwischen dem Veranstalter, der FIA und den Rennteams ausgelaufen ist. Die Bankengruppe unter Führung der Bayern LB, die als Erbe aus dem Kollaps der Kirch-Gruppe 75 Prozent an der Formel-1-Holding hält, kann nach einem Gerichtsurteil in London nun Ecclestone vom Steuer seiner verschachtelten Firmengruppe verdrängen und selber die kommerzielle Führung der Formel 1 übernehmen. Gleichzeitig bereiten die Teams und die hinter ihnen stehenden Autokonzerne - bis auf Ferrari - eine eigene Rennserie vor.

Doch FIA-Chef Max Mosley steht treu an Ecclestones Seite, wie die Äußerungen beider Rennsport-Veteranen im "Guardian" deutlich machen. Mosley bestätigt dort, dass er Ecclestone den Job angeboten habe und dass dieser ihm weder zu- noch abgesagt habe. Ecclestone müsse ja nur von seinem Amt bei der Formel- 1-Holding SLEC zurücktreten, dann könnten die Banken ihre Anteile an die Autokonzerne verkaufen oder an die Teams abgeben, sagte er der Zeitung.

Das wiederum dürfte so einfach nicht sein, denn Ecclestones Familienholdings besitzen die restlichen 25 Prozent an der Formel-1-Gesellschaft. Auch hat Ecclestone nach Angaben aus Formel-1-Kreisen den Banken seinen Anteil nicht angeboten. Branchenkenner vermuten daher, dass Mosley und Ecclestone umgekehrt die Banken zum Verkauf an Ecclestone bewegen wollten.

Die Finanzinstitute suchen indessen nach Informationen aus den Kreisen einen Ausstieg aus der Formel 1 und prüfen dabei alle Möglichkeiten - von einem Börsengang über einen Verkauf an Finanzinvestoren bis zu einer Übernahme durch die Teams und Autohersteller. Es sei nur eine Frage weniger Wochen, bis die Banken auch nach außen sichtbar das Management der Formel-1- Gesellschaften übernähmen, hieß es. Dann könnten sie ihre Vorstellungen durchsetzen. Ein Sprecher der Bayern LB wollte sich zu dem Thema nicht äußern.

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