Ricco Groß will endlich seine Medaille
„Jetzt bin ich dran“

Ricco Groß will endlich eine Medaille. Gut, dass am Samstag mit der Verfolgung ausgerechnet seine Paradedisziplin an der Reihe ist. Vor dem Rennen erklärt er seinen Konkurrenten mit klaren Worten, wo der Hase lang läuft.

HB TURIN. "Aller guter Dinge sind drei. Am Samstag kommt mein Schokoladen-Wettkampf. Der Verfolger ist mein Ding. Jetzt bin ich dran", sagte der Ruhpoldinger vor dem ersten Biathlon-Rennen der Winterspiele, das im Kampf Mann gegen Mann und nicht gegen die Uhr entschieden wird. Drei Mal war der 35 Jahre alte Ruhpoldinger bereits Weltmeister auf der 12,5 Kilometer langen Strecke mit vier Schieß-Einlagen. Vor vier Jahren in Salt Lake City holte er Olympia-Bronze.

Seine Taktik für das um 14.30 Uhr beginnende Rennen steht. Groß startet mit 1:04 Minuten Rückstand auf Sprintsieger Sven Fischer als Achter. Er rechnet damit, dass der vier Sekunden später in die Loipe gehende Franzose Raphael Poiree und der weitere sechs Sekunden dahinter startende Norweger Ole Einar Björndalen die Lokomotive für ihn auf dem Weg nach vorn spielen werden. "Die Entscheidung fällt beim letzten Schießen. Ich hoffe, dass sich dann die anderen einen Kopf machen, wenn ich noch mit dabei bin", sagte der nervenstarke Skijäger, der gemeinsam mit Björndalen (je 7 Medaillen) die Liste der erfolgreichen olympischen Biathleten anführt.

Läuferisch konnte Groß auf der Höhe von San Sicario bisher nicht mit den Besten mithalten. "Doch in den noch ausstehenden Rennen werden die Runden kürzer. Das geht nicht mehr so in die Knochen", sagte der aus dem sächsischen Schwarzenberg stammende Skijäger, der in San Sicario so oft wie möglich Ehefrau Katrin und seine drei Söhne Marco (9 Jahre), Simon (6) und Gabriel (1) besucht.

Groß wird wie Björndalen (Rückstand 1:14 Minuten) und der Franzose Raphael Poiree (+1:07) als aussichtsreichster Außenseiter gewettet. Top-Favoriten sind aber Sprint-Olympiasieger Sven Fischer, der acht Sekunden später in die Spur gehende Norweger Halvard Hanevold, der bisher schon zwei Medaillen gewann, und der Franzose Vincent Defrasne. Hoffnungen auf Edelmetall kann sich auch noch der Oberhofer Alexander Wolf mit 1:23 Minuten Rückstand auf Startplatz 15 machen.

Nach zwei Mal Pech mit Wind beim Schießen im Einzelwettkampf und der Wetter-Lotterie im Sprint vertraut Weltcup-Spitzenreiterin Kati Wilhelm im Damen-Rennen (12.30 Uhr) auf das Gesetz der Serie. In diesem Weltcup-Winter hat sie noch nie drei Mal hintereinander das Siegertreppchen verpasst. In den vier Verfolgern der Saison gelangen der Zella-Mehliserin ein Sieg und drei zweite Plätze. "Ich traue Kati viel zu", sagte Bundestrainer Uwe Müssiggang optimistisch. "Auch Molli Glagow mit gut einer Minute Rückstand kann noch in die Medaillen laufen."

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