Riesiger Medienrummel um Eishockey-Idol: Der Wettskandal holt Gretzky auch in Turin ein

Riesiger Medienrummel um Eishockey-Idol
Der Wettskandal holt Gretzky auch in Turin ein

Das Ziel ist klar formuliert: Für das kanadische Eishockey-Team zählt bei den Olympischen Spielen in Turin eigentlich nur die Goldmedaille. Doch die Vorbereitung läuft alles andere als ungestört. Das hat in erster Linie Trainer Wayne Gretzky zu verantworten.

HB TURIN. Als das Blitzlichtgewitter gar nicht mehr aufhören wollte, geriet sogar "The Great One" ins Staunen. "Wow", hauchte Kanadas Eishockey-Idol Wayne Gretzky und rang sich ein Lächeln ab. 150 Journalisten, ein Dutzend Kameraleute und mindestens doppelt so viele Fotografen verfolgten den ersten Auftritt des Superstars in Turin, den der Wettskandal um seinen Assistenztrainer und seine Ehefrau auch in den Katakomben der Palasport-Arena sofort einholte.

Doch der Mannschaftsleiter des Olympiasiegers Kanada schwor dort, sich in Zukunft nicht mehr zum leidigen Thema zu äußern, das seine Gesichtszüge nach dem strapaziösen Flug zusätzlich angespannt hatte. "Ganz offen: Das war das letzte Mal, dass ich darüber gesprochen habe. Ich sage es seit sieben Tagen, ich habe nichts damit zu tun", sagte Gretzky am Dienstagabend zum wiederholten Mal und faltete die Hände so um den Mikrofonständer, als hielte er sich daran fest. Nichts hören wollte er davon, die Turbulenzen um seine Person könnten sich auf die Leistung der Mannschaft niederschlagen, die nach dem Auftaktspiel am Mittwoch gegen Gastgeber Italien am Donnerstag im zweiten Vorrundenspiel auf die deutsche Auswahl trifft.

Ab sofort gehe es nur noch darum, sich auf die Wiederholung des Triumphes von Salt Lake City zu konzentrieren. "Im Mittelpunkt stehen die Sportler, die sich den Hintern aufgerissen haben, um bei Olympia dabei zu sein. Wenn wir hier nicht Gold gewinnen, werde ich der Schuldige sein, aber das war ich bei Niederlagen auch vorher schon. Mein Leben wird sich dadurch nicht ändern", sagte Gretzky, dessen Mutter vor einigen Wochen starb.

Der 45-Jährige wird in Turin nicht nur von seinem Vater, sondern auch von Ehefrau Janet Jones begleitet, gegen die die Polizei des US- Bundesstaates New Jersey ermittelt. Die Schauspielerin soll Wetten über Gretzkys Freund Rick Tocchet platziert haben. Das wäre nicht illegal, doch der frühere NHL-Profi Tocchet, der als Co-Trainer von Gretzky bei den Phoenix Coyotes arbeitet, soll zu einem gewerblichen Wettring gehören und deshalb in der kommenden Woche angeklagt werden. Allerdings soll nicht auf Eishockeyspiele gewettet worden sein, sondern auf Basketball und American Football. Nordamerikanische Medien wollen erfahren haben, dass Gretzkys Frau 75 000 Dollar beim Super-Bowl-Endspiel gesetzt haben soll und sogar 5000 Dollar darauf, wer die Platzwahl gewinnt. Gretzky hatte mehrmals beteuert, er selbst wette nicht auf Sportereignisse.

Jeder im Team würde Gretzky unterstützen, betonte Kanadas Trainer Pat Quinn. Stürmer Jarome Iginla stimmte ein: "Es ist gut, dass er hier ist. Alle Spieler stehen hinter ihm." Am meisten würden sie Gretzky allerdings mit Olympia-Gold helfen.

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