Ringen EM
Ringerin Stüber sorgt für Lichtblick

Als einzige deutsche Teilnehmerin hat Stefanie Stüber bei der EM der Ringer eine Medaille gewonnen. Die deutsche Meisterin holte sich im "kleinen Finale" die Bronzemedaille.

Stefanie Stüber hat den Deutschen Ringer-Bund (DRB) bei den Europameisterschaften in Vilnius vor einer "Nullnummer" bewahrt. Die Ex-Europameisterin vom ASV Daxlanden holte am vierten Wettkampftag die erste Medaille für den DRB. Die deutsche Meisterin setzte sich im "kleinen Finale" der Gewichtsklasse bis 63kg trotz einer Platzwunde an der Lippe gegen die französische Ex-Weltmeisterin (59 kg) Audrey Prieto-Bochaschwili durch und gewann Bronze.

Vor dem Erfolg Stübers im Kampf um den dritten Platz hatte dem DRB die erste EM ohne Podestplatz seit der Umstrukturierung der Titelkämpfe im Jahr 2005, bei der alle Stilarten innerhalb eines Turniers zusammengefasst wurden, gedroht. Deshalb konnte der dritte Platz Stübers die Laune von DRB-Präsident Manfred Werner nur bedingt verbessern.

"Diese Medaille darf jetzt nichts übertünchen"

"Die Steffi weiß selbst, dass mehr drin gewesen wäre. Diese Medaille darf jetzt nichts übertünchen. Wir werden nach der EM die Ergebnisse knallhart analysieren", sagte der DRB-Boss dem Sport-Informations-Dienst (SID): "Wir sind im ersten Jahr nach Olympia. Wenn wir hinsichtlich der Spiele 2012 etwas anders machen müssen, dann müssen wir das sofort einleiten und nicht noch ein Jahr warten."

Die als größte deutsche Medaillenhoffnung gehandelte Stüber setzte sich zunächst gegen die Türkin Nelischan Ulusow und die Junioren-Weltmeisterin Irina Netreba (Ukraine) durch. Im Viertelfinale unterlag die deutsche Meisterin allerdings der polnischen Olympia-Viertelfinalistin und späteren Titelgewinnerin Monika Michalik, die sie vor drei Wochen in Schweden noch klar geschlagen hatte.

Hofmann und Hauptmann scheiterten frühzeitig

"Das kann nicht sein. Vor drei Wochen hat Stüber die Polin noch klar beherrscht - und jetzt das", sagte Werner, dessen Verband im vergangenen Jahr drei Podestplätze verbucht hatte. Immerhin konnte sich Stüber durch den Erfolg in der Hoffnungsrunde gegen die Bulgarin Jelina Wassewa noch ins "kleine Finale" durchkämpfen.

Zuvor waren Annika Hofmann (Frankfurt/Oder/48 kg) und Nicole Hauptmann (Leipzig/55kg) vorzeitig gescheitert. Schon am Donnerstag war die als Medaillenanwärterin nach Litauen gereiste Alexandra Engelhardt (Ludwigshafen/51kg) früh ausgeschieden. Die Männer (Freistil) hatten bereits am Dienstag und Mittwoch kollektiv versagt.

"Das Vorbereitungsprogramm muss analysiert werden"

"Ich bin geladen. So etwas gibt es nicht", hatte Werner nach dieser miserablen Bilanz gewettert und vor den abschließenden Wettkämpfen im griechisch-römischen Stil am Wochenende mit Konsequenzen gedroht: "Das ganze Vorbereitungsprogramm muss analysiert werden. Da gehören alle dazu, Trainer und Athleten. Das ist ein Paket."

Derweil holten sich am Freitag neben Michalik die Bulgarin Stanka Christowa-Slatewa (72kg), Maria Stadnik (Aserbaidschan/48kg) und Natalija Sinischin (Ukraine/55kg) die Titel.

© SID

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