Ringen WM
Deutsche Ringer weiter medaillenlos

Auch der zweite Tag bei den Weltmeisterschaften im chinesischen Guangzhou brachte für die deutschen Ringer nicht die erhoffte erste Medaille. Konstantin Schneider (bis 74kg) verpasste Bronze als Fünfter nur knapp.

Die Medaillenflaute der deutschen Ringer hat sich bei den Weltmeisterschaften im chinesischen Guangzhou fortgesetzt. Auch am zweiten Wettkampftag schaffte es kein Starter des Deutschen Ringer-Bundes (DRB) auf das Podium. Zwar konnte der letztjährige WM-Dritte Konstantin Schneider die in ihn gesetzten Erwartungen erfüllen, der 31-Jährige vom KSV Köllerbach verpasste aber dennoch knapp die Bronzemedaille. Der Routinier unterlag in der Gewichtsklasse bis 74kg im griechisch-römischen Stil im kleinen Finale dem letztjährigen Vize-Weltmeister Mark Madsen aus Dänemark und löste danach eine Diskussion über die Vorbereitung aus.

"Ich bin schon sehr enttäuscht. In einem so schweren Turnier Gegner der Weltspitze zu besiegen und trotzdem ohne Medaille zu bleiben, ist schon bitter", erklärte Schneider, der vor allem mit der Halbfinal-Niederlage gegen den späteren Titelträger Wolodim Schatskim aus der Ukraine haderte: "Gerade im Vorfeld fehlte mir die Vorbereitung auf die speziellen Griffe des Ukrainers."

Schneider hatte sich zunächst gegen Denis Sdorikow aus Usbekistan durchgesetzt und bezwang dann den EM-Zweiten Alek Michalowitsch (Weißrussland). Im Viertelfinale schaltete der Köllerbacher den Iraner Davod Abedinzadeh-Chadorchi aus, bevor er Schatskim unterlag.

Bundestrainer reicht "schwarzen Peter" an DRB weiter

Bei der von Schneider aufgeworfenen Frage in Bezug auf die Vorbereitung gab Bundestrainer Günter Reichelt den "schwarzen Peter" an den DRB weiter. Der Coach kritisierte die seiner Ansicht nach unzureichenden finanziellen Möglichkeiten des Verbandes.

"Mehr war nach den Problemen in der Vorbereitung nicht möglich. Wir haben einfach zu wenig Trainingspartner aus der Weltspitze", sagte Reichelt, der Schneider dennoch lobte: "Konstantin hatte einen schweren Weg und hat in den ersten drei Kämpfen mit Siegen gegen die absolute Weltspitze tolle Leistungen gebracht. Am Ende war der Däne, der den leichteren Weg hatte, etwas besser."

Mayr enttäuscht in Klasse bis 84kg

Im Gegensatz zu Schneider enttäuschte der zweite deutsche Starter Bernhard Mayr (Anger/84kg). Der deutsche Vizemeister musste sich bei seinem Auftakt dem Japaner Shingo Matsumoto geschlagen geben. Für den 22-Jährigen war die WM damit bereits nach einem Auftritt beendet.

Bereits beim WM-Auftakt am Montag hatten die deutschen Ringer nichts zu bestellen. Der deutsche Meister Heinz Marnette (Ketsch/60kg) scheiterte ebenso vorzeitig wie WM-Neuling Marcus Thätner (Frankfurt/Oder/66kg). "Wir sind mit einer jungen Mannschaft mit der Perspektive für Olympia 2012 angereist und wollten einige Athleten unter die ersten Zehn bringen. Dies ist mit Schneider auf Platz fünf und Marnette auf Platz neun gelungen", meinte Reichelt.

Die Titelkämpfe, vor deren Start die DRB-Verantwortlichen zwei Medaillen als Ziel ausgegeben haben, werden am Mittwoch fortgesetzt. Dabei geht Ralph Böhringer (Schifferstadt/120kg) als einziger Deutscher im griechisch-römischen Stil an den Start. Für die ebenfalls am Mittwoch auf dem Programm stehenden Wettkämpfe in zwei Kategorien des Freistil-Bereichs (55kg, 60kg) hat der DRB keinen Teilnehmer nominiert.

© SID

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