Ringen WM
Groß beschert DRB erstes WM-Edelmetall

Bei den Weltmeisterschaften in Baku hat Stephanie Groß am vorletzten Wettkampftag dem Deutschen Ringer-Bund (DRB) die erste Medaille beschert. In der Gewichtsklasse bis 59kg erkämpfte die 32-Jährige Silber.

Nur knapp ist Stephanie Groß am WM-Titel vorbeigeschrammt. Bei den Titelkämpfen in Baku musste sich die 32-Jährige in der Gewichtsklasse bis 59kg im Finale der Französin Audrey Boschaschwili-Prieto geschlagen geben und bescherte dem Deutschen Ringer-Bund (DRB) damit am vorletzten Wettkampftag die erste Medaille. Zuletzt hatte Brigitte Wagner (Hallbergmoos/48kg) vor fünf Jahren bei einer WM triumphiert.

Auf dem Weg ins Finale hatte sich Groß in der ersten Runde gegen die Lokalmatadorin Sana Ahmadli (Aserbaidschan) durchgesetzt und anschließend Brittanee Laverdure aus Kanada sowie die Mongolin Dorij Namandakh geschlagen. "Sie hat so ein starkes Turnier gerungen und ihre große Chance auf den Titel leider verpasst", kommentierte Bundestrainer Jürgen Scheibe die Leistung der Französisch- und Sportlehrerin, die zwar ihre sechste Medaille bei einer WM oder EM erringen konnte, nach der Final-Niederlage aber dennoch hemmungslos weinte.

Neben Groß hatte auch die ehemalige Vizeeuropameisterin Alexandra Engelhardt (Ludwigshafen/51kg) eine Medaille im Visier. Die 24-Jährige stand nach Siegen gegen Jamsran Nyamkhsig (Mongolei) und Olexandra Kohut (Ukraine) sowie einer Halbfinal-Niederlage gegen die frühere Weltmeisterin Xueceng Ren (China) im Kampf um Bronze. Dort verlor Engelhardt allerdings gegen die Französin Anne-Catherine Deluntsch. "Bei ihr war mehr drin", sagte Scheibe.

Die Top-Platzierungen von Groß und Engelhardt bescheren dem DRB allerdings keine Startplätze bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking, da bei den Frauen nur vier der sieben Gewichtsklassen (48kg, 55kg, 63kg, 72kg) bei Olympia zugelassen sind.

Im Gegensatz zu Groß und Engelhart scheiterte Jessica Bechtel (Ludwigshafen) in der olympischen Kategorie bis 55kg vorzeitig. Die frühere Junioren-Europameisterin unterlag zum Auftakt der viermaligen Weltmeisterin Saori Yoshida. Da die japanische Olympiasiegerin von 2004 das Finale erreichte, durfte Bechtel zwar in der Hoffnungsrunde antreten, verlor dort aber gegen Joice Silva (Brasilien).

Während sich Yoshida und ihre Landsfrau Hitomi Sakamoto (51kg) die restlichen Titel des Tages sicherten, sieht die DRB-Bilanz nach sechs von sieben Wettkampftagen durch das gute Abschneiden von Groß und Engelhardt annehmbar aus. Allerdings konnten sich von den bisher an den Start gegangen 18 deutschen Ringern, darunter vier Medaillengewinner der zurückliegenden EM, lediglich Stefan Kehrer (Ketsch/96kg), Konstantin Schneider (Köllerbach/74kg) und David Bichinaschwili (KSV Aalen/84kg) durch gute Platzierungen die Olympia-Tickets sichern.

Da sich nur die ersten Acht in jeder Gewichtsklasse direkt für Peking qualifizieren, müssen die in Baku gescheiterten DRB-Athleten bei der EM und zwei weiteren Qualifikationsturnieren im kommenden Jahr um ihre Olympia-Teilnahme kämpfen.

Die Titelkämpfe enden am Sonntag mit den ausstehenden drei Gewichtsklassen bei den Frauen. Dabei ruhen die Hoffnungen des DRB, dessen Spitze im WM-Vorfeld sechs bis acht Olympia-Startplätze als "hervorragendes Ergebnis" bezeichnet hatte, auf der Europameisterin Stefanie Stüber (Daxlanden/63kg), der EM-Dritten Maria Müller (Altenburg/67kg) und der Ex-Europameisterin Anita Schätzle (Metternich-Rübenach/72kg).

© SID

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