Ringen WM
Keine WM-Medaille für deutsche Ringer

Die deutschen Ringer haben bei der WM in Dänemark keine Medaillen gewonnen. Nico Schmidt und Konstantin Schneider verpassten Bronze, Marcus Thätner verlor bereits im Viertelfinale.

Die deutschen Ringer sind auch am letzten Tag der WM im dänischen Herning ohne Medaille geblieben. Im griechisch-römischen Stil unterlagen Nico Schmidt (RSV Frankfurt/Oder/120kg) und Konstantin Schneider (KSV Köllerbach/74kg) jeweils im Kampf um Bronze. Zuvor war Marcus Thätner (RSV Frankfurt/Oder/66kg) im Viertelfinale gescheitert.

Das schlechteste Abschneiden der deutschen Ringer in der modernen WM-Geschichte hat ein Nachspiel. "Es werden Umschichtungen kommen - das will ich nicht verneinen", sagte Manfred Werner dem SID. Im Klartext heißt das: Der Präsident des Deutschen Ringer-Bundes (DRB) schließt personelle Konsequenzen im Fall der Bundestrainer Jörg Helmdach (Freistil der Männer) und Jürgen Scheibe (Frauen) nicht aus.

Keine Medaille seit 2005

Nachdem die deutschen Ringer bei der WM im dänischen Herning erstmals seit der Umstrukturierung der Titelkämpfe 2005 ohne Medaille geblieben sind, stehen Scheibe und Helmdach vor der Ablösung. 2005 waren alle Stilarten innerhalb eines Turniers zusammengefasst worden. Die Trainer müssen sich bei einer schon vor den Titelkämpfen terminierten DRB-Klausurtagung am Freitag und Samstag in Würzburg für die Leistungen des Teams verantworten.

Helmdach und Scheibe sollen zwar nicht rausgeworfen werden, den Trainern droht aber die Versetzung in die zweite Reihe. "Wir haben nicht vor, einen Trainer zu entlassen", sagte Werner nach einem Gespräch mit DRB-Vize Günter Maienschein, Sportdirektor Detlef Schmengler, Helmdach und Scheibe in Dänemark.

Konsequenzen im Personalbereich

Trotz der Arbeitsplatzgarantie für die beiden Trainer gilt es als unwahrscheinlich, dass Helmdach und Scheibe in ihren jetzigen Positionen weiterarbeiten dürfen. Zu groß ist der Ärger Werners, der schon mit dem Abschneiden bei der EM im Frühjahr nicht zufrieden war. Obwohl die von Olympiasieger Maik Bullmann trainierten Spezialisten im griechisch-römischen Stil eine weitaus stärkere Vorstellung als die Freistil-Ringer und die Frauen zeigten, blieb das DRB-Team auch am letzten WM-Tag ohne Podestplatz.

"Entschuldigungen zählen nicht. Die WM war aus unserer Sicht ein Armutszeugnis und sollte besser nicht in die Geschichtsbücher eingehen. Das war eine Vorstellung, die man so einfach nicht bringen kann", meinte der frustrierte DRB-Boss: "Wir werden in Würzburg - von mir aus auch bis in die Nachtstunden - alles analysieren und schauen, was wir besser machen müssen. Dann werden wir festlegen, wie wir Richtung Olympia 2012 gehen."

Personelle Konsequenzen an der Spitze des Verbandes soll es laut Werner allerdings nicht geben. Der Ringer-Chef will sich bei der DRB-Bundesversammlung am 14. November in Mainz zur Wiederwahl stellen: "Ich werde wegen einer schlechten WM nicht davonlaufen - und meine Kollegen im Präsidium werden das auch nicht tun. Wir haben die EM 2011 nach Deutschland geholt, und wir werden zusammen darauf hinarbeiten."

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%