Ringen WM
Ringer-Verbandsboss Werner mit gemischten Gefühlen

Ein Podestplatz, drei Olympia-Tickets und ein Präsident mit gemischten Gefühlen. "So ganz zufrieden kann man nicht sein", bilanzierte Ringer-Verbandschef Manfred Werner nach der WM in Baku (Aserbaidschan).

Mit gemischten Gefühlen hat der Chef des Deutschen Ringer-Bundes (DRB), Manfred Werner, nach Abschluss der Weltmeisterschaften in Baku (Aserbaidschan) zu kämpfen. Lediglich ein Podestplatz und drei Olympia-Tickets konnten die DRB-Starter verbuchen. "So ganz zufrieden kann man nicht sein. Wir hatten sechs Plätze für Peking 2008 im Hinterkopf, drei sind es am Ende geworden. Immer dann, wenn es um die Wurst ging, ist es leider ein bisschen in die Hose gegangen", sagte Werner dem Sport-Informations-Dienst (sid) zum Abschneiden der deutschen Teilnehmer.

Die schwankende Gefühlslage Werners erklärt sich beim Blick auf die Bilanz. Von den 18 in den olympischen Gewichtsklassen angetretenen DRB-Athleten konnten sich lediglich Konstantin Schneider (Köllerbach/74kg) im griechisch-römischen Stil sowie David Bichinaschwili (KSV Aalen/84kg) und Stefan Kehrer (Ketsch/96kg) im Freistil durch ihre Platzierungen unter den ersten Acht die Olympia-Tickets sichern.

Stüber erleidet Kreuzbandriss

Am Schlusstag musste der DRB dann nicht nur das frühe Aus der Europameisterin Stefanie Stüber (Daxlanden/63kg), der EM-Dritten Maria Müller (Altenburg/67kg) und Ex-Europameisterin Anita Schätzle (Metternich-Rübenach/72kg) verkraften. Ein bei der ersten Diagnose festgestellter Kreuzbandriss bei Stüber trübte die Stimmung zusätzlich. "Ich bin sprachlos, der schlimmste Fall ist eingetreten", sagte Bundestrainer Jürgen Scheibe.

Das einzig errungene Edelmetall, die Silbermedaille von Stephanie Groß (Ückerath/59kg), brachte den DRB im Hinblick auf Peking nicht weiter, da bei den Frauen lediglich vier der sieben Gewichtsklasen (48kg, 55kg, 63kg, 72kg) bei Olympia zugelassen sind. Die in Baku an der Olympia-Norm gescheiterten DRB-Athleten müssen nun bei der EM und zwei weiteren Qualifikationsturnieren im kommenden Jahr um ihre Olympia-Teilnahme kämpfen.

"Wir sind mit einem blauen Auge davon gekommen. Jetzt müssen wir sehr gut vorbereitet in die Qualifikation gehen, um dort das vorhandene Potenzial abzurufen. Wir wollen am Ende mit acht Startern in Peking antreten. Daran werden wir alles setzen", erklärte Werner, der vor allem mit Schneider, aber auch mit dem als Neuntem knapp an der Qualifikation gescheiterten Jan Fischer (Köllerbach/84kg) sehr zufrieden war: "Wenn Schneider die Medaille und Fischer den Olympia-Platz geholt hätte, hätte alles doch wesentlich freundlicher ausgesehen."

Werner verbittet sich Kritik an Trainern

Trotz der durchwachsenen Bilanz ließ Werner keine Kritik an den Trainern zu. "An der Vorbereitung hat es sicher nicht gelegen. Die Bundestrainer haben eine gute Arbeit gemacht. Die Athleten haben eben kleine taktische Fehler gemacht, die jetzt knallhart analysiert werden müssen", meinte Werner. Ein Sonderlob hatte der Verbandsboss noch für die Sport- und Französischlehrerin Groß parat, die zwar den ersten WM-Titel für den DRB seit fünf Jahren knapp verpasst hatte, aber immerhin ihre siebte Medaille bei einer WM oder EM holte: "Sie hat es wirklich verdient, denn sie hat eine tolle Einstellung zu ihrem Sport."

Tollen Sport möchte der DRB in Zukunft auch den Ringer-Fans in Deutschland bieten. Deshalb plant der Verband in fünf Jahren die Ausrichtung von Europameisterschaften. "Wir haben gute Gespräche mit Weltverbands-Chef Raphael Martinetti geführt und es läuft auf die EM 2012 hinaus. Wir werden den Plan jetzt vorantreiben und ihn dann bei der nächsten Klausurtagung im Präsidium besprechen", sagte Werner.

© SID

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