Rodeln Skeleton
Olympia-Tickets für Sartor und Jürgens

Die beiden letzten Olympia-Tickets für Skeleton gehen an Diana Sartor und Kerstin Jürgens. Der deutsche Bob- und Schlittenverband hat damit einen Rückzieher vom geplanten Stechen der Olympia-Kandidatinnen gemacht.

Die beiden letzten Tickets im Skeleton sind für die Olympischen Winterspiele vergeben worden. Über eine Fahrt nach Turin können sich Diana Sartor (Altenberg) und Kerstin Jürgens (Winterberg) freuen. Beim Skeleton-Weltcupfinale im sächsischen Altenberg hat die 25-jährige Ex-Weltmeisterin den zweiten Rang und die 28-jährige Ex-Europameisterin den zehnten Platz belegt. Der Bob- und Schlittenverband für Deutschland (BSD) handelte damit entgegen seiner ursprünglichen Aussage, wonach ein Stechen zwischen Sartor, Jürgens und Anja Huber aus Berchtesgaden über die beiden Olympiaplätze hätte entscheiden sollen. Huber wurde am Donnerstag Siebte und lag damit vor Jürgens. Mit dem Stechen nicht zu tun hatte Julia Eichhorn, die Oberhoferin wurde in Altenberg Fünfte.

"Die Olympia-Entscheidung kann man nicht von einem Missgeschick am Start abhängig machen. Jürgens ist eine Medaillenkandidatin, hat schon Bahnkenntnisse in Cesana", begründete BSD-Sportdirektor Stefan Krauß den Rückzieher. Die Winterbergerin Jürgens, die vor einem Jahr die Olympia-Generalprobe in Cesana gewonnen hatte, leistete sich im ersten Lauf einen kapitalen Schnitzer am Start und war so abgeschlagen.

"Ich komme mir schon verarscht vor"

In den Minuten des bangen Wartens lehnte sich die 22-jährige Huber (Berchtesgaden) an die Schultern ihres Freundes Christian, nach der Zieldurchfahrt hatte sie noch gejubelt - dann von einer Sitzung der Verbandsspitze erfahren. "Ich komme mir schon verarscht vor", sagte sie in einer Vorahnung. Wenig später erhielt sie die traurige Kunde von Bundestrainer Jens Müller und stürmte weinend und wortlos davon. Krauß war aus Berchtesgaden extra in die Rehaklinik nach Bad Wiessee zu Chefbundestrainer Raimund Bethge gefahren. Dort fiel die Entscheidung gegen die über eine halbe Sekunde schnellere Huber.

"Ich weiß nicht, wie es weitergeht

"Ich weiß nicht, wie es weitergeht. Es ist keine Treppe hier, wo ich mich hinunter stürzen kann", sagte Jürgens nach dem Rennen. Nach der BSD-Rolle rückwärts meinte sie: "Natürlich habe ich gehofft, aber ich wünsche es keinem, dass er so aus dem Rennen gekickt wird. Ich werde künftig wieder öfter in die Kirche gehen." Im ersten Lauf hatte sie Nerven gezeigt, war aus der Startrille gerutscht und hatte mehrere Banden gekriegt - Huber musste daraufhin nur auf Sicherheit fahren.

Die Altenbergerin Sartor strahlte, kritisierte aber grundsätzlich das angesetzte Stechen. "Das war keine schöne Situation, es war die grausamste Sache meiner Laufbahn. Ich hätte so kurz vor Olympia lieber mehr relaxt´, so die Olympiavierte. Nun visiert sie eine Medaille an: `Ich will besser sein als in Salt Lake City."

Das Rennen gewann die Schweizerin Maya Pedersen mit 0,73 Sekunden Vorsprung vor Sartor und Mellisa Hollingsworth-Richards (1,26). Die Kanadierin sicherte den Gesamtweltcup mit 630 Punkten vor Pedersen mit 620 Zählern, Sartor (418 Punkte) wurde Dritte.

© SID

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