Rodeln Weltcup
Hackls trauriger Blick nach Sigulda

Georg Hackl leidet, die Konkurrenz legt vor: Während der Altmeister daheim für sein Comeback und die Olympia-Teilnahme schuftet, startet die Rodel-Elite ab heute im lettischen Sigulda in die neue Weltcup-Saison.

Ohne Georg Hackl startet die Rodelszene heute im lettischen Sigulda in die neue Weltcup-Saison. Während der Altmeister im heimischen Keller am Schlitten bastelt, geht für die anderen deutschen Rodler die Jagd auf die Olympiatickets los. Der 39-jährige Hackl schuftet dieser Tage in Berchtesgaden im Kraftraum und in der Eishalle beim Starttraining, um den riesigen Rückstand nach einer Bandscheiben-OP für das Mitte Dezember geplante Comeback und seine sechsten Winterspiele im Februar doch noch aufzuholen.

"Es geht messbar voran, aber auf sehr niedrigem Niveau. Ich fühle mich ein wenig schlapp, denn ich habe im Training überzogen", sagte Hackl dem sid. Der Ehrgeiz des dreimaligen Olympiasiegers ist also ungebrochen. Er steigerte sich im Bankdrücken gerade von zehn auf 35 Kilogramm, das Soll liegt bei 120. Es fehlen die Muskeln im linken Arm nach einer Nervenentzündung. "Wenn es am Ende nicht geht, dann geht es eben nicht", meint Hackl: "Aber dann bricht mir kein Zacken aus der Krone."

Hackl gibt sich kämpferisch

Mit Zweifeln will sich der dreimalige Olympiasieger, der außerdem von einem Therapietermin zum nächsten eilt, allerdings lieber nicht beschäftigen. "Ich weiß, es ist nicht einfach. Die Luft wird mit dieser Verletzung immer dünner", so Hackl: "Aber ich habe eines gelernt: Nicht aufgeben. Nach meiner ersten Bandscheiben-Operation war die Lage ähnlich aussichtslos, und dann habe ich den WM-Titel gewonnen. Ich will mich jetzt auf ein vernünftiges Leistungsniveau bringen."

In seiner Abwesenheit bei den ersten drei von insgesamt acht Weltcup-Stationen erwartet der Altmeister von seinen Kollegen die ersten Glanztaten. "Unsere Rodel-Mannschaft ist geschlossen stark - auch ohne mich", meint er. Bundestrainer Thomas Schwab hat seinen Oldie aber nicht abgeschrieben: "Ich rechne schon noch damit, dass Hackl bis zu den Winterspielen fit wird. Es ist nicht so schlimm, wenn er hier zum Auftakt fehlt. Er wird ja schon nächste Woche beim Training in Cesana wieder bei uns sein."

Nach den wichtigen Testfahrten in Cesana (11. bis 16. November) muss der Rodel-Guru die folgenden Kräftemessen auf der Olympiastrecke (19./20. November) und in Altenberg (25. bis 27. November) noch auslassen. Am 11. Dezember soll dann in Calgary das Comeback über die Bühne gehen.

Zu diesem Zeitpunkt dürften die übrigen Olympiatickets schon fast vergeben sein. Schwab will bei Klarheit möglichst schon im Dezember nominieren. Eine Dame und zwei Herren sowie ein Doppel müssen aus dem Team für den Viessmann-Weltcup (vier Damen, fünf Herren, drei Doppel) noch gestrichen werden.

Die Olympiasieger Sylke Otto und Patric Leitner/Alexander Resch dürften sich problemlos durchsetzen. Bei allen anderen Topleuten wie Nagano-Olympiasiegerin Silke Kraushaar, der Olympiazweiten Barbara Niedernhuber oder den Weltmeistern Andre Florschütz/Torsten Wustlich scheint das Olympia-Aus nicht ausgeschlossen.

© SID

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