Rodeln Weltcup
Nachwuchs ist Kraushaar-Pielach auf den Fersen

Das Unternehmen "Wachablösung" läuft: Beim Rodel-Weltcup in Calgary muss sich die 37-jährige Silke Kraushaar-Pielach ab der Nacht zu Samstag (MEZ) erneut dem Angriff der 18 Jahre jüngeren Natalie Geisenberger erwehren.

"Rodel-Küken" contra Rekordjägerin: Die dreimalige Junioren-Weltmeisterin Natalie Geisenberger ist am Samstag (2.45 Uhr MEZ) in Calgary schärfste Rivalin der 37-jährigen Silke Kraushaar-Pielach, die einen Angriff auf die Bestmarke von 37 Weltcup-Einzelsiegen der nicht mehr aktiven Sylke Otto startet. Geisenberger und "Krausi" haben im Duell der Generationen zugleich den 75. Weltcup-Triumph der deutschen Rodlerinnen in Serie und das damit perfekte 10-jährige Sieg-Jubiläum im Visier.

"Der nationale Meistertitel und Rang zwei zum Auftakt auf einer mir zuvor unbekannten Bahn in Lake Placid haben gezeigt, dass ich ein Wörtchen mitreden kann", sagte die 19-jährige Geisenberger vom RRT Miesbach selbstbewusst. Selbst der sonst wenig euphorische Cheftrainer Thomas Schwab spricht von einem seltenen Talent wie einst Georg Hackl, das sich schon in so jungen Jahren durchsetzen kann. Den jüngsten Auftritt des Bahn-Neulings lobte er als "beachtlich". Nur Routinier "Krausi" fuhr im zweiten Lauf noch ganz nach vorn. "Ich wollte einfach zuviel", räumte Geisenberger ein.

Die Entwicklung der Nachwuchshoffnung in den vergangenen Jahren bestimmte Schwab maßgeblich mit. Geisenberger wohnte in ihrer Zeit am Gymnasium in Berchtesgaden sogar im Hause der Familie Schwab, kam so um die täglichen Fahrten ins heimische Miesbach herum und musste nicht ins Internat. Für Schwab war sie neben Daniela und Carina, bei der DM auf den Plätzen sieben und neun, sozusagen die dritte "Rodel-Tochter".

Auf Anhieb WM-Vierte

Inzwischen ist Geisenberger Polizeimeister-Anwärterin in der Bundespolizeisportschule in Bad Endorf. Bei der WM 2007 belegte sie als Nachrückerin für die schwangere Otto auf Anhieb Platz vier. Aus der Konkurrenzsituation zur Oberhoferin Kraushaar-Pielach, Olympiasiegerin von 1998, macht sie keinen Hehl: "Freundinnen sind wir im Team nicht, aber wir gehen fair miteinander um."

Als Kraushaar-Pielach Ende 1996 ihre ersten Weltcup-Sieg feierte und es am 29. November 1997 die letzte deutsche Niederlage bei den Frauen gab, da hatte Geisenberger noch gar nicht mit dem Rodelsport begonnen. Die 1,83 Meter große Blondine ist seit 1998 aktiv, holte 2004 als 15-Jährige in Calgary den ersten ihrer drei Junioren-WM-Titel (außerdem 2006 und 2007).

Auch für die Doppelsitzer Patric Leitner/Alexander Resch (Königssee/Berchtesgaden) wäre der erste Saisonsieg im Viessmann-Weltcup am Sonntag (2.00 Uhr MEZ) eine Rekordfahrt. Momentan führen die Olympiasieger von 2002 die Bestenliste gemeinsam mit Stefan Krauße/Jan Behrendt (jeweils 27 Siege) an.

© SID

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