Rodeln WM
Loch Sieger beim deutschen WM-Vierfach-Triumph

Der 18-jährige Felix Loch hat bei der Rodel-WM in Oberhof überraschend den Titel gewonnen. Auch auf den Plätzen zwei bis vier landeten deutsche Athleten.

Die Freude war fast so groß wie die Überraschung: Felix Loch hat sich als jüngster Rodel-Weltmeister aller Zeiten den WM-Titel gesichert. Der erst 18 Jahre alte zweimalige Junioren-Weltmeister vom RC Berchtesgaden war beim deutschen Vierfach-Triumph bei der WM in Oberhof überraschend 0,074 Sekunden schneller als Titelverteidiger David Möller (Schalkau). Bronze holte Andi Langenhan (Zella-Mehlis) vor Jan Eichhorn (Oberhof) und dem zweimaligen Olympiasieger Armin Zöggeler (Italien).

"Das ist unglaublich, einfach wunderschön", sagte der gebürtige Thüringer Loch. "Ein perfekter Finallauf", lobte Cheftrainer Thomas Schwab, und der zum Bundestrainer-Stab gehörende Georg Hackl meinte: "Das war ein Rennrodel-Festival. Ich bin stolz wie ein Schnitzel, auch wenn mein Anteil sicher der geringste ist - es macht aber Spaß, mit diesem Jungen zu arbeiten. Das gesamte Team hat seine Hausaufgaben gemacht."

Die deutschen Männer holten vor fast 10 000 Zuschauern erstmals seit der Vereinigung der beiden Verbände alle Medaillen. Den letzten Dreifach-Erfolg eines Landes hatte es 1985 in Oberhof durch die DDR-Rodler gegeben, 1989 belegten Athleten aus der DDR und der BRD die ersten drei Ränge.

Bereits zum Auftakt hatten Tatjana Hüfner, Natalie Geisenberger und Silke Kraushaar-Pielach für einen Dreifach-Erfolg gesorgt. Die Entscheidung bei den Doppelsitzern und in der Staffel fällt am Sonntag (ab 10.00 Uhr).

Loch wird nächste Woche in Lake Placid die Junioren-WM bestreiten und die Fahrten gleich als erste Vorbereitung für das Championat 2009 auf dieser Piste nutzen. Vater Norbert Loch, der nach der Wende mit der Familie aus Thüringen nach Bayern ging, ist als Trainer mit dem Nachwuchsteam bereits in Übersee.

Möller "super zufrieden" mit Silber

Der zweimalige Weltmeister Möller war nach eigener Aussage "super zufrieden" mit Silber. "Wir haben unseren Heimvorteil genutzt. Felix war unbeschwerter, für ihn wird es künftig nicht leichter", sagte Möller. Langenhan strahlte: "Ich kann es gar nicht fassen."

Die deutschen Rodler haben nun beste Aussichten, auf der zweitältesten Kunsteisbahn der Welt ihren Vorjahreserfolg mit allen vier Titeln zu wiederholen. Patric Leitner und Alexander Resch sind die Favoriten im Doppelsitzer-Wettbewerb. Bei der anschließenden WM-Premiere des Staffel-Rennens als Teamwettbewerb werden die Weltmeister Tatjana Hüfner und Loch sowie das bestplatzierte Doppel antreten.

Lokalmatador Möller klagte im Vorfeld wegen eines geschwollenen linken Zeigefingers über Probleme beim Starten, wollte dies aber nicht als Ausrede für die Niederlage gegen den Jungspund verstanden wissen. "Ich will es nicht auf die Verletzung schieben, aber ich hätte am Start schneller sein müssen", meinte er.

© SID

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