Rodeln WM
Silber für Rodler-Duo Florschütz Wustlich

Andre Florschütz und Torsten Wustlich haben im Doppelsitzer bei der Rodel-WM Silber gewonnen. Schneller waren in Lake Placid nur die Italiener Plankensteiner/Haselrieder.

Nur 77 Tage nach seiner Bandscheiben-OP bejubelte Rodler Andre Florschütz mit Doppel-Partner Torsten Wustlich das WM-Silber wie einen Sieg. Das Duo lag sich im eisig kalten Lake Placid glücklich in den Armen, klatschte Cheftrainer Norbert Loch ab und gönnte Gerhard Plankensteiner/Oswald Haselrieder das erste italienische Doppelsitzer-Gold seit 1990.

"Wir sind eben WM-Typen, ich bin total glücklich", sagte ein strahlender Florschütz: "Klar habe ich noch ein paar Defizite am Start, aber das war hier nicht so wichtig - wir sind mit wenig Fehlern runtergekommen." 0,057 Sekunden fehlten zum vierten Triumph der Karriere nach 2001, 2005 und 2008, so wurde es zum zweiten Mal nach 2004 Silber.

Bronze für die Lokalmatadore

Bronze sicherten sich auf der Bahn am Mount van Houvenberg bei minus zehn Grad Celsius und Schneefall im ersten Lauf die US-Amerikaner Mark Grimmette/Brian Martin (0,210 Sekunden zurück). Patric Leitner/Alexander Resch (Königssee/Berchtesgaden/0,591 Sekunden Rückstand) und Tobias Wendl/Tobias Arlt (Berchtesgaden/Königssee/0,637) belegten die Ränge fünf beziehungsweise sieben.

Die Titelverteidiger und Olympiazweiten Florschütz/Wustlich (Friedrichroda/Oberwiesenthal) hatten vor dem Finaldurchgang sogar nur acht Tausendstel hinter den Olympiadritten Plankensteiner/Haselrieder, die Bahnrekord fuhren, gelegen. "Unser erster Lauf war schon perfekt, im zweiten waren dann ein paar kleine Fehler drin - aber ich bin glücklich", sagte Wustlich. Bei den letzten vier Championaten hatten immer deutsche Doppel vorn gelegen.

Ziel bleibt Vancouver 2010

An einen Sieg nur drei Wochen nach dem Comeback im Weltcup Mitte Januar mit Rang drei (Oberhof) und dann vier (Altenberg) hatte das Duo nicht ernsthaft geglaubt. Noch am Morgen hatte Florschütz gesagt: "Wenn wir gewinnen, hören wir auf." Ziel ist freilich ein krönender Abschluss der Karriere bei den Olympischen Winterspielen 2010 in Vancouver.

Gleich sieben Doppel waren auf der technisch anspruchsvollen und holprigen Bahn gestürzt, bis auf eine blutige Nasenverletzung bei den Japanern gingen die Stürze glimpflich ab. Die Olympiasieger Andreas Linger/Wolfgang Linger und die Ex-Weltmeister Tobias Schiegl/Markus Schiegl aus Österreich schieden im ersten Lauf aus. "Ich bin total froh über die Medaille, das war eine knappe Sache - es kann einem hier auch ganz schnell so gehen wie den Österreichern", meinte Loch.

Der Nachfolger des zum Sportdirektor aufgestiegenen Thomas Schwab hatte eine Medaille als Ziel ausgegeben. Diese Vorgabe gilt auch für den Wettbewerb der Männer am Samstag (ab 18.15 Uhr MEZ). Dann gehört auch sein Sohn und Titelverteidiger Felix Loch zu den Gold-Kandidaten.

© SID

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