Rodler will ins IOC
Hackl hat noch eine olympische Siegchance

Georg Hackl hat noch eine Siegchance bei Olympia. Der 39-jährige Rodler hat sich um einen der zwei freien Plätze in der Athletenkommission des IOC beworben. Einen ähnlichen Prominenten-Faktor wie der Berchtesgadener kann kaum einer der Bewerber vorweisen.

HB TURIN. "Er ist ein hoch integrativer Athlet, der konsequent gegen Doping kämpft", sagte Klaus Steinbach, Präsident des Nationalen Olympischen Komitees (NOK), "Schorsch Hackl ist ein Vorbild im Sport." Für den Einfluss und die Interessen des deutschen Sports wäre ein drittes IOC-Mitglied neben dem gerade zum Vizepräsidenten gewählten Thomas Bach und Walther Tröger sehr gut.

Die drei Olympiasiege von 1992 bis 1998 und die beiden Silbermedaillen 1988 und 2002 dürften auch Gewicht bei der Wahl unter den 2500 Athleten aus 80 Ländern haben. "Einen Athleten mit Erfolgsaussichten bei der Wahl zu finden ist für Deutsche nicht ganz einfach gewesen", meinte Hackl. Gebraucht wurde einer mit einem hohen Bekanntheitsgrad und einer Menge olympischer Erfahrung. "Das hat vermutlich für mich den Ausschlag gegeben", sagte Hackl, der sich in der internen Ausscheidung gegen den Biathleten Ricco Groß durchsetzen konnte.

Im Bewerberkreis von Turin kann nur die dreimalige Ski- Olympiasiegerin Janica Kostelic (Kroatien) einen ähnlichen Prominenten-Faktor vorweisen. "Ein Nachteil ist das jedenfalls nicht", meinte Hackl, der allerdings mit den drei Rodel-Kollegen Ruben Gonzales (Argentinien), Kwang-Bae Kang (Südkorea) und Mark Hatton nun noch mal auf sportpolitischer Ebene konkurrieren muss. Einen Vorteil könnte der Brite Hatton haben, der sich Funktionärs- Meriten als Sprecher des Rodel-Weltverbandes (FIL) erwarb.

Bekannt gegeben werden die beiden Wahlsieger, die für acht Jahre IOC-Mitglieder werden, am 23. Februar um 14.00 Uhr in der internationalen Zone des Olympischen Dorfes in Turin. Nach dem Ausscheiden des Ex-Ruderers Roland Baar hatte sich der frühere Hürdensprinter Florian Schwarthoff im Sommer 2004 während der Athen- Spiele vergeblich um den Einzug in dieses IOC-Gremium bemüht.

"Mir war klar, wenn ich mich für die Kandidatur entscheide, dann muss ich das mit massivem Interesse tun", berichtete Hackl. Viel Wahlkampf konnte er wegen seines sechsten Olympia-Starts am Wochenende, der mit Platz sieben zu Ende ging, nicht betreiben. "Der Wettkampf stand im Vordergrund. Aber groß Wahlkampf machen, das ist nicht so einfach. Der wird durch strenge Richtlinien seitens des IOC eingeschränkt", sagte Hackl. "Wir dürfen nur ein paar Wahlzettel verteilen, auf denen aber nur stehen darf, dass man sich zur Wahl stellt."

Der dreimalige Weltmeister hat Respekt vor der Bewerbung um dieses IOC-Amt, obwohl er bereits bei den Kommunalwahlen in Berchtesgaden vor drei Jahren erfolgreich gewesen war. "In der Politik war das einfacher. Da war ich der "local hero' und erreichte für die CSU das zweitbeste Ergebnis", sagte Hackl. Eine weitere Karriere in der Politik schloss er im übrigen kategorisch aus: "Definitiv nein."

Dafür hält der Rodel-Experte sowohl sein Mitwirken im deutschen als auch internationalen Verband für denkbar. "Ich hätte Ideen, die ich gerne einbringen würde", kündigte Hackl an.

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