Rothenbaum-Turnier
Deutsches Tennis hofft auf die Wende

Das deutsche Tennis hat seine Ansprüche reduziert - und tut gut daran. Von neuer Bescheidenheit zeugt unter anderem das Turnier am Hamburger Rothenbaum: Es hat abgespeckt - und könnte erstmals seit Jahren wieder Gewinn erzielen.

KÖLN. Die Niederlage war keine Überraschung: Am Wochenende schied Deutschland im Viertelfinale des Davis-Cups aus. Doch trotzdem hat das deutsche Tennis an Prestige gewonnen. Gegen den haushohen Favoriten Spanien unterlag das Team denkbar knapp mit 2:3. Die Stützen der Mannschaft waren Mischa Zverev, Andreas Beck und Philipp Kohlschreiber - keiner von ihnen ist älter als 25 Jahre, und doch halten sie mit den Top-Ten-Spielern mühelos mit.

Nächste Woche schlagen die Nachwuchsprofis auch beim Turnier am Hamburger Rothenbaum auf, und niemand erwartet Wunderdinge. "Die Drei können nur für positive Überraschungen sorgen", sagt Klaus Eberhard, Sportdirektor des Deutschen Tennis Bundes (DTB). Das deutsche Tennis hat seine Ansprüche reduziert - und tut gut daran.

Von neuer Bescheidenheit zeugt auch das Turnier in Hamburg: Erstmals in seiner Geschichte ist nicht mehr der DTB Veranstalter, sondern eine private Gesellschaft. Die Hamburg Sports & Entertainment unter Turnierdirektor Michael Stich soll die Veranstaltung wieder profitabel machen. In den sieben Jahren zuvor schrieb sie rote Zahlen.

Stich hat eine Kehrtwende eingeleitet - und drastisch die Kosten gekürzt. Allen voran beim Preisgeld: Die Prämien liegen mit rund einer Mio. Euro weit unter den 2,3 Mio. Euro des Vorjahres. Aus einem Streit mit der Stadt ist der Ex-Tennisprofi gut weggekommen. Diese hatte dem Turnier untersagt, mit dem Wett-Anbieter Bet-at-home zu werben und gedroht, den Zuschuss zu streichen. Stich lenkte ein. Ergebnis: Bet-at-home zahlt trotzdem, und auch die Stadt gibt einen Zuschuss. Mindestens 450 000 Euro kommen so zusammen.

Der Erfolg hängt nun von den Zuschauern ab. "Wenn wir die Marke von 50 000 Fans knacken, wäre das ein Traum. Wir würden so schon zur Finanzierung der nächsten Jahre beitragen", sagte Stich der "Hamburger Morgenpost". Die Chancen stehen gut: Vergangenes Jahr kamen mehr als 100 000 Besucher. Wenn das Wetter mitspielt, könnte das Turnier tatsächlich zum Erfolg werden.

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