sonstige Sportarten
Ruder-Abrechnungen laut Schulte korrekt

Der vom Deutschen Ruderverband als Rechnungsprüfer eingesetzte Achter-Ruderer Sebastian Schulte hat das Abrechnungssystem für Weltcup-Veranstaltungen verteidigt. Dennoch müssten "Ineffizienzen beseitigt" werden.

Keine großen Verfehlungen konnte Athletensprecher Sebastian Schulte in der Buchhaltung des Deutschen Ruderverbandes (DRV) entdecken und hat das Abrechnungssystem für Weltcup-Veranstaltungen verteidigt. Der vom DRV als Rechnungsprüfer eingesetzte Achter-Ruderer sagte am Rande der Weltmeisterschaften in Gifu dem sid: "Dass vereinzelt Zweifel geäußert werden, ist mir bekannt. Ich habe Buchungsfehler entdeckt, wie sie in der Finanzbuchhaltung eines jeden Unternehmens vorkommen. Dabei handelte es sich aber um Kleinigkeiten, bei denen keine böse Absicht unterstellt werden kann."

Schuldzuweisungen vermeiden

Schulte reagierte auf Aussagen des früheren Einer-Weltmeisters Andre Willms (Magdeburg). Der hatte die Richtigkeit der Abrechnungen in Zweifel gezogen, weil der Verband Pauschalsummen zur Finanzierung der Weltcup-Wochenenden von seinen Athleten verlangt, ihnen aber keine detaillierte Rechnung vorlegt.

"Selbstverständlich treten auch einmal Ineffizienzen in der Organisation auf, wenn eine komplette Nationalmannschaft auf Regatta fährt", sagte Schulte. Es ginge aber nicht um Schuldzuweisungen, sondern darum, die Ineffizienzen aufzuzeigen und zu beseitigen. Der DRV stellte seinen Sportlern in dieser Saison für die Weltcups in München 550 Euro und Luzern 770 Euro in Rechnung. Abgedeckt werden sollten damit Reisekosten, die Unterbringung, der Transport der Boote sowie Kosten für die physiotherapeutische Abteilung.

Größte Unterstützung durch Sporthilfe

Während die Ruderer der nichtolympischen Bootsklassen diese Summen komplett selbst finanzieren müssen und nur auf die Unterstützung ihrer Vereine hoffen können, kassieren die olympischen Ruderer den größten Teil des Geldes von der Deutschen Sporthilfe zurück. Zusätzliche 80 000 Euro hatte DRV-Sportdirektor Michael Müller der Sporthilfe in zähen Verhandlungen für diese Zuzahlungen abgerungen.

Die Ruderer kassieren mit insgesamt 795 000 Euro den mit Abstand größten Posten durch die Sporthilfe vor dem Deutschen Hockey-Bund (718 000 Euro) und dem Deutschen Kanu-Verband (685 000). Geld, das bei Überschuss letztlich nicht von den Verbänden verwendet wird, muss zurück an die Sporthilfe überwiesen werden.

Kritik an Medienberater

"Die Aufteilung der Gelder bei den Weltcups ist derart komplex, dass man sie nicht einzeln aufschlüsseln kann", sagt Müller. Skeptische Vereine des Verbandes seien bereits vorstellig und von der Richtigkeit der Vorgänge überzeugt worden, so der Sportdirektor. Dennoch stößt dem einen oder anderen im DRV bitter auf, dass sich der Verband trotz angespannter finanzieller Situation bei den Olympischen Spielen in Athen einen Medienberater leistete. Begründung dafür waren die guten TV-Kontakte des Beraters und die Tatsache, dass die ehrenamtliche Pressesprecherin Cora Zillich über das Nationale Olympische Komitee ohnehin keine Akkreditierung erhielt.

Honorar zahlte der DRV dem Berater nicht, sondern erstattete für die "Maßnahme Athen" dessen Zimmer und Flug in Höhe von mindestens 5 800 Euro zurück, wie Müller bestätigt. Auch bedingt durch die Zusammenarbeit mit dem Medienberater sei die TV-Quote für den Rudersport seit 2002 "sagenhaft" gewachsen.

© SID

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